Szene: Der Taxifahrer und die 312 Wörter
Ihr steigt ein.
Die Tür klickt, ein Fingerschweif von Metall, wie ein leiser Herzprall.
Der Taxifahrer schaut kurz in den Rückspiegel.
Sein Leibglanz spiegelt sich in den Augen. Keine Worte, nur Resonanz.
Die Straße glänzt vom Regen.
Traumglühen fließt durch die Rückbank, legt sich auf eure Schultern, tastet nach alten Sorgen.
Herzflimmer prickelt wie Neonlicht auf Asphalt.
Er fährt los.
Die Reifen singen leise, ein Leibprall durch das Gefährt.
Mundraunen schwebt zwischen den Sitzen – leise Worte, die noch niemand gedacht hat.
Fingerschimmer streicht über das Handschuhfach, Lichthauch tanzt in der Scheibe.
Ihr sagt nichts.
Traumstille breitet sich aus, als hätte die Stadt Atem angehalten.
Leiseschwung bewegt eure Glieder, Herzschimmer flackert – kurz, intensiv, flüchtig.
„War ’ne ruhige Fahrt“, murmelt er, doch ihr spürt:
Traumfunken springen von Herz zu Herz, vom Leib ins Hirn.
Leibflut rollt, Nachtperlen fallen wie Regentropfen zwischen die Pedale.
Die Ampel glüht, Herzprall schlägt synchron mit dem Licht.
Stimmhauch auf den Lippen, Mundpoesie in der Luft – Worte, die nur existieren, wenn man sie spürt.
Am Ende der Straße:
Der Taxifahrer hält, die Welt draußen wie ein Traumhauch.
Ihr steigt aus.
Ein Herzfunken bleibt auf der Rückbank.
Ein Fingerschweif verweilt an der Tür.
Er sieht euch noch einmal an.
Leibraunen, Traumglanz, Nachtflut – alles in einem Blick.
„Bis zum nächsten Mal“, sagt er leise, und die Wörter setzen sich in Bewegung, wie unsichtbare Pilze zwischen Pedalen, Licht und Herz.
Die Stadt lebt wieder.
Ihr geht.
Doch die 312 Wörter sind mitgefahren.
Sie warten, leise und vibrierend, auf die nächste Fahrt.