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KUNIONERL – Der schlafende Planet
Kunionerl liegt zwischen Sternen, die nicht leuchten, und Nebeln, die atmen.
Seine Oberfläche glitzert nicht, sie fließt – wie flüssiges Licht, das sich weigert, Form anzunehmen.
Astronomen blicken durch Teleskope, doch ihre Augen werden schwer.
Jede Messung, jeder Versuch, ihn zu kartografieren, verliert Gewicht.
Ihre Stifte sinken, ihre Rechner schlafen ein.
Der Planet summt nicht. Er haucht.
Ein Atemzug von Kunionerl reicht, und selbst die hellsten Köpfe fühlen, wie der Zeitfluss bricht.
Sie vergessen Koordinaten, vergessen Namen, vergessen die eigene Neugier.
Nur das Summen bleibt – ein Tropfen aus Raum und Stille, der ihre Sinne wie Honig umhüllt.
Wer ihn wirklich sieht, merkt: Kunionerl will nicht beobachtet werden.
Er ist ein Planet, der denkt, wenn man hinsieht, dass man träumt.
Ein Ort für jene, die loslassen können, die bereit sind, sich treiben zu lassen,
während der Horizont in einem ewigen, hypnotischen Tanz auseinanderfällt.
Kunionerl existiert nicht für Karten.
Nicht für Formeln.
Er existiert für den Moment, in dem der Astronom vergisst, dass er Astronom ist.
© NEUE WELT – KUNIONERL
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