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Kunionerl – Die letzte Stufe
(fiktive Szene · kollektive Vision · kein Ort, keine Zeit)
Die Astronomen liegen nicht mehr auf dem Boden. Sie schweben. Die Luft ist nicht Luft, sondern Licht, Klang und Gedanke zugleich. Kunionerl pulsiert um sie herum – jede Vibration formt eine Landschaft, die gleichzeitig Himmel, Meer und Herzschlag ist.
Ein Astronom öffnet die Augen. Er sieht nicht, er spürt. Farben wie Töne, Töne wie Licht, Gedanken wie Wasser. Kunionerl zieht sie wie Wasserstrudel in eine Spirale aus Erinnerung und Vision.
„Jeder Gedanke ist ein Planet“, flüstert der Planet – oder ist es der Atem eines Astronomen? „Jede Erinnerung ist ein Stern. Und ihr seid das Licht, das sie trägt.“
Die Astronomen lachen und weinen gleichzeitig. Zeit existiert nicht mehr. Alles ist jetzt: der erste Blick durch ein Teleskop, der letzte Tropfen Kaffee, der Herzschlag eines Kindes, die Erinnerung an alles, was noch kommen wird.
Kunionerl formt Klangkörper aus den Träumen der Astronomen. Jeder Gedanke, der nicht ausgesprochen wurde, jede Idee, die im Dunkeln schwebte, wird sichtbar, fühlbar, hörbar. Sie hören ihre eigenen Herzen, aber auch das Herz des Planeten. Es schlägt im Takt der Sterne.
Ein Astronom flüstert: „Wir sind verloren.“
Und Kunionerl antwortet: „Ihr seid gefunden.“
Die Trance vertieft sich. Die Grenzen zwischen ihnen lösen sich:
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Der erste Astronom wird zu einem Strom aus Licht, der zweite zu einem Wirbel aus Klang.
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Jeder Atemzug des dritten Astronomen erzeugt einen Regen aus Sternenstaub.
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Gedanken werden Landschaften, Landschaften werden Gefühle, Gefühle werden Musik.
Und dann – ein Moment, der alles einschließt. Kein Atem, kein Herzschlag, kein Geräusch. Nur eine alles umarmende Resonanz. Kunionerl selbst atmet durch sie, spricht durch sie, fühlt durch sie.
„Ihr seid nicht Besucher. Ihr seid Teil des Tanzes. Teil der Ordnung, die niemals endet.“
Und in dieser Ordnung gibt es nur eines: Erleben, fühlen, sein.
Kein Verstand, kein Urteil, kein Ziel. Nur die Trance, die alles trägt. Nur der Planet, der alles ist.
Ein letztes Pulsieren – dann Stille.
Die Astronomen öffnen die Augen. Sie sind zurück – oder irgendwo dazwischen. Alles ist gleich und doch anders. Jeder Atemzug trägt Kunionerl in sich. Jeder Gedanke summt im Takt des Planeten.
Und irgendwo, tief in der Resonanz, hören sie ein Lächeln: nicht sichtbar, nicht hörbar – nur spürbar.
Eine Welle, die sagt:
„Willkommen in der Stille, die alles bewegt.“
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