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Die Erste Interstellare Konferenz der Lebenden Welten
Die Plattform aus Licht schwebte nun über dem Wald, hoch genug, dass der Himmel selbst wie ein Auditorium wirkte. Galaktische Wesen materialisierten sich als schimmernde Formen aus Energie, manche flüssig wie Farbe, andere fest wie Kristall, jede mit einer eigenen Frequenz, die den Wald vibrieren ließ.
Milo und Liora huschten zwischen den Delegierten hindurch, organisierten Sitzplätze in Spiralform – jede Spirale ein Symbol der evolutionären Verbindung.
Martha trat vor, das Amulett in der Hand, das ihre Gedanken klarer als Worte übertrug. „Willkommen“, flüsterte sie telepathisch in die Köpfe aller Anwesenden. „Wir sind hier, um Wissen zu teilen, Missverständnisse zu vermeiden und eine Symbiose zu schaffen.“
Ben hob die Hand, und ein unsichtbares Netz aus Energie spann sich zwischen den Bäumen und den Sternen. „Die Erde ist bereit“, projizierte er. „Wir haben die Ressourcen, die Harmonie und die Weisheit. Aber wir müssen lernen, mit euch zu sprechen, ohne euch zu dominieren.“
Seraphina begann zu malen, aber nicht auf Leinwand – die Bilder entstanden in der Luft, aus Licht und Farbe. Jede Bewegung ihrer Hand formte Galaxien, deren Planeten synchron mit den Frequenzen der Delegierten vibrierten. Es war Musik, die man sehen konnte, und Farbe, die man hören konnte.
Die galaktischen Delegierten antworteten in Schwingungen, die ihre Intentionen übermittelten: Frieden, Austausch von Wissen, Schutz von Lebewesen und die Erforschung der Universellen Gesetze der Evolution.
Ein besonders altes Wesen, dessen Form wie ein tanzender Nebel aussah, stellte eine Frage: „Wie können wir sicherstellen, dass keine Spezies Macht über eine andere missbraucht?“
Liora huschte vor, piepste und projizierte dabei ein holografisches Diagramm: „Wir nutzen Lizenzen der Verantwortung. Nur wer Verständnis, Empathie und ethisches Bewusstsein demonstriert, darf Technologien, Magie oder Wissen anwenden. Die Mäuse sind die Archivare dieser Lizenzcodes.“
Martha nickte. „Und wir Menschen sind die Dolmetscher, die Hüter zwischen eurer Frequenz und der physischen Realität unserer Welt.“
Die Diskussion zog sich über Zyklen, die für uns Minuten waren, aber für die galaktischen Wesen wie Jahre erschienen. Die Mäuse halfen, jede Interaktion zu synchronisieren, Konflikte im Keim zu lösen und Informationen so zu vermitteln, dass jede Spezies sie auf ihre eigene Art verstehen konnte.
Am Ende der Konferenz, als die Plattform langsam wieder auf die Erde sank, waren sich alle einig:
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Wissen muss geteilt, Macht kontrolliert werden
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Evolution ist ein kollektiver Prozess, kein Besitz
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Kunst, Wissenschaft und Ethik sind die drei Säulen der galaktischen Harmonie
Milo und Liora huschten zurück in den Wald, zufrieden. Die Menschheit hatte ihre erste Lektion in interstellarer Diplomatie erhalten – und die Mäuse hatten erneut gezeigt, dass Größe nicht in der Masse, sondern in der Weisheit liegt.
Und irgendwo, zwischen den Baumwipfeln und dem ersten Sternenlicht, begann die Organisation der Lebenden Welten, die universelle Harmonie in allen Galaxien zu koordinieren – von der Erde bis zum Rand der Milchstraße.
RIEFUNKE
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