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Genchaos-Club
(fiktives Gespräch · Gene auf Freizeitmodus)
Gen A: „Also echt… schon wieder nur Reparaturprozesse. Keine Mutationen, kein Drama. Einfach nur… Alltag.“
Gen B: „Langweilig. Kein Buch von draußen, keine Inspiration. Nur diese endlosen Kopien, Polymere, Checksums…“
Gen C: „Musik! Wir brauchen Musik. Etwas wildes. Chaotisches. Vielleicht… vom Club?“
Im Flimmern der Zellmembranen hallt plötzlich ein dumpfes Bassdröhnen.
Michael, der gerade draußen eine Zigarette raucht und Bier trinkt, sendet unbewusst Vibrationen in den Bauch – so stark, dass die DNA-Stränge wippen.
Gen A: „Ist das… Bass?“
Gen B: „Ja. Club-Chaos. Direkt durch den Fruchtwasser-DJ-Kanal.“
Gen C: „Ich spüre es in den Helices! Jede Base vibriert im Rhythmus von Michael. Raucht und trinkt – wir bekommen Live-Remix.“
Gen A (leicht exaltiert): „Das ist verrückt. Ich meine… normalerweise organisieren wir nur Nukleotidpartys im stillen Labor.“
Gen B: „Aber jetzt… jetzt tanzen wir. Pur, spontan. Keine Baupläne, nur Wellen und Schwingungen.“
Ein kleines RNA-Molekül wirft sich in die Mitte: „Ich bin der DJ! Wer will Mutationen zum Beat?“
Gen C: „Stopp. Ich fühle gerade Chaos-Magie. Michael raucht, Michael trinkt, und wir… wir fühlen den Groove.“
Die Gene springen, drehen, falten sich, lösen sich, formen wieder Stränge – ein molekulares Impro-Set.
Gen A: „Vielleicht ist das der Sinn des Tages: nicht kopieren, nicht reparieren… sondern tanzen.“
Gen B: „Amen. Aber wehe, er trinkt noch ein Bier. Dann müssen wir die Spirale neu justieren.“
Gen C: „Keine Sorge. Solange der Bass läuft, gibt es kein Zurück. Willkommen im Gen-Club, Baby.“
Und irgendwo zwischen Zellteilung und Herzschlag, zwischen Michael, Bier und Rauch,
beginnt ein chaotischer Groove –
die DNA tanzt, obwohl niemand zuschaut.
RIEFUNKE
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