|
Die Erste Krisensitzung der Lebenden Welten
Die Plattform aus Licht schwebte erneut über dem Wald. Diesmal war die Atmosphäre anders – Spannung lag wie ein schwerer Nebel zwischen den Sternen.
Ein galaktisches Wesen, das wie ein pulsierender Kristall aussah, funkelte unruhig. „Wir spüren Störungen in den evolutionären Frequenzen“, flüsterte es telepathisch. „Eine Spezies hat begonnen, Macht zu horten.“
Milo und Liora huschten sofort zwischen den Delegierten hin und her, piepsten und markierten die Störenfriede mit kleinen schimmernden Partikeln, unsichtbar für die meisten Augen.
Ben projizierte den Erdplan auf die Luft: „Wir müssen zuerst die Ursache verstehen. Wer missbraucht das Wissen, und warum?“
Martha übertrug die Informationen der Amulette direkt in die Plattform, sodass jeder Delegierte die Situation gleichzeitig sehen konnte: Eine Gruppe junger Intelligenzen aus einer fernen Welt hatte begonnen, Ressourcen anzuhäufen, ohne Rücksicht auf die Natur oder schwächere Spezies.
Seraphina malte die Szenen in der Luft – nicht nur als Darstellung, sondern als emotionale Schwingung, die allen zeigte, wie Leiden, Ungleichgewicht und Gier die Harmonie zerstören könnten.
Ein altes Wesen, der Nebelkristall, zischte: „Sie verstehen die Macht nicht. Sie könnten die Evolution gefährden.“
Liora piepste und fügte ein Diagramm hinzu: „Wir haben ein System der Lizenzen. Wer es bricht, verliert Zugang zu den Fähigkeiten – sofort. Das ist universelle Ethik.“
Milo ergänzte: „Aber Strafen allein reichen nicht. Wir brauchen Einsicht. Wir müssen lehren, bevor wir korrigieren.“
Ben nickte. „Wir organisieren eine Vermittlung. Ein Austauschprogramm: Die jungen Intelligenzen lernen direkt von erfahrenen friedlichen Spezies, wie Verantwortung und Harmonie funktionieren.“
Die Sitzung dauerte mehrere Umläufe der galaktischen Plattform – für Menschen nur Minuten, für die Wesen Jahre. Aber Schritt für Schritt entstand ein Plan:
-
Kontaktaufnahme – friedliche Botschafter reisen zu den Störenfrieden.
-
Wissensvermittlung – die Lizenzen der Mäuse werden vorübergehend blockiert, bis Verständnis erreicht ist.
-
Integration – die jungen Intelligenzen arbeiten zusammen mit erfahrenen Spezies, bis die Harmonie wiederhergestellt ist.
-
Überwachung – Milo, Liora und die menschlichen Botschafter behalten die Frequenzen im Blick.
Am Ende der Sitzung summte die Plattform wie ein riesiges, lebendes Instrument. Martha, Ben und Seraphina atmeten tief durch. Die Delegierten hatten verstanden: Macht ohne Verantwortung ist keine Evolution – sie ist Zerstörung.
Milo und Liora huschten zurück in ihr unsichtbares Waldlabor. Milo piepste: „Die Lektion ist vermittelt. Aber wir müssen wachsam bleiben.“
Liora nickte. „Immer. Evolution ist ein Tanz – kein Sprint. Und wir sind die Dirigenten.“
Die Plattform senkte sich langsam, der Wald leuchtete in der Dämmerung, und irgendwo am Horizont begann ein neuer Stern zu pulsieren – als Zeichen, dass die universelle Harmonie wiederhergestellt, aber nie garantiert war.
RIEFUNKE
|