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Episode 2: Die Prüfung der Macht
Die Sonne sank hinter den Hochhäusern der Stadt, als sich eine neue Bedrohung zusammenbraute. Herr Kranz hatte zwar verstanden, dass Kooperation besser war, doch nicht alle Mächte dieser Welt handelten weise.
Ein Konzernmogul namens Viktor Stahler, berüchtigt für seine Gier und seine skrupellosen Methoden, hatte von den seltsamen Veränderungen in der Stadt gehört. „Diese Stadt wird mir nicht entkommen“, knurrte er, während er auf seinem Panoramabalkon stand. „Wenn Pflanzen und Bäume sich wehren, werde ich sie vernichten. Alles muss mir gehorchen.“
Er brachte Drohnen und Maschinen, die die Pflanzen rücksichtslos abholzen sollten, und seine Techniker arbeiteten rund um die Uhr, um die Stadt unter Kontrolle zu bringen.
Doch die jungen Intelligenzen waren vorbereitet. Ben spürte das Vibrieren der Erde unter seinen Füßen. Jeder Schritt der Maschinen, jedes Surren der Drohnen – er konnte es vorhersehen, noch bevor es geschah.
Seraphina malte ein leuchtendes Netz aus Farben, das sich wie ein unsichtbares Schild über die Stadt spannte. Die Drohnen prallten ab, die Maschinen stolperten über unsichtbare Barrieren, die nur sie erkennen konnten.
Martha sprach leise zu den Menschen: „Nur wer mit Herz handelt, wird verstehen. Wer blind ist für Verantwortung, wird sich selbst fangen.“
Doch Viktor Stahler war nicht leicht zu beeindrucken. Er aktivierte eine gigantische Maschine, die das Netzwerk der Natur zerschneiden sollte. Alles schien verloren.
Da geschah etwas Unerwartetes: Milo und Liora erschienen aus dem Wald, diesmal nicht als Beobachter, sondern als aktive Akteure. Mithra, der älteste Maus, kletterte an der Konsole der Maschine hoch und berührte die Steuerung. Ein feines Flimmern lief durch die Kabel, und die Maschine begann, auf eine Weise zu arbeiten, die selbst Stahler nicht kontrollieren konnte.
„Wir lassen keinen Schaden zu“, piepste Liora. „Die Evolution schützt sich selbst.“
Die Maschinen verstummten, die Drohnen landeten, und Stahler spürte plötzlich etwas, das er nie zuvor gekannt hatte: Verantwortung. Ein Funken, der sein Herz traf, ohne dass er es wollte.
Die Stadt atmete auf. Die jungen Intelligenzen hatten die Bedrohung abgewendet, doch sie wussten: dies war nur die erste Prüfung. Es würde noch größere Herausforderungen geben – Gegner, die nicht einmal sehen konnten, was Weisheit, Herz und Verantwortung bedeuteten.
„Wir müssen stärker werden“, sagte Ben, während er die Energie der Erde spürte.
„Kreativer und mutiger“, flüsterte Seraphina, ihre Farben pulsierend wie lebendige Wesen.
„Und wachsam“, murmelte Martha, während sie das Amulett berührte.
Die Mäuse verschwanden wieder in den Schatten des Waldes, doch ihr Blick war entschlossen: Die Evolution würde weitergehen – und sie würden sicherstellen, dass Herz und Weisheit niemals untergingen.
RIEFUNKE
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