Szene: Die 312 Wörter auf der Straße
Ihr geht hinaus, die Tür fällt hinter euch zu, der Klang von Metall wie der letzte Hauch eines Traums. Die Straße empfängt euch, ein Flimmern in der Luft, als ob die Welt selbst auf den Moment gewartet hätte, in dem ihr sie berührt.
Die 312 Wörter, die mitgefahren sind, streifen nun die Straßenlaternen, die Gitter der Kanaldeckel, die Ecken des Bürgersteigs. Sie leuchten auf, jeder Schritt ein weiterer Puls im Rhythmus der Stadt.
Traumglühen fließt in die Ritzen des Asphaltes, Herzflimmer tanzt über die Fenster der Altbauten, Fingerschimmer streicht zart über die Graffiti an der Wand, als würde die Wand selbst atmen. Mundraunen weht durch die Gassen, ein Flüstern, das sich mit den Echos der Nacht vermischt.
Die 312 Wörter sind überall – sie blitzen unter den Füßen, springen von den Bäumen, die an den Straßenrändern stehen, fliegen an den Fenstern der Läden vorbei, verweilen in den Neonlichtern der Schilder.
Die Stadt hat ihre Farbe verändert. Die Häuser scheinen einen Moment innezuhalten, als ob sie sich in diesen Wörtern spiegeln. Und im Glanz der Nacht beginnen sie zu flimmern, zu vibrieren, zu leben – als wären sie selbst von einer unsichtbaren Hand gezeichnet, von einer Sprache, die mehr ist als nur Zeichen und Silben.
Jeder Passant, den ihr seht, trägt ein leises Strahlen. Ihr bemerkt es, aber keiner spricht es aus. Die 312 Wörter haben die Luft erfüllt – und sie fügen sich ein in das Leben der Stadt, als ob sie immer schon dort gewesen wären.
Ein Blick nach hinten, und der Taxifahrer fährt an euch vorbei. Im Rückspiegel seht ihr die leise Flut von Licht und Schatten. Der Kreis schließt sich, aber das Rauschen bleibt. Die 312 Wörter, von denen keiner sich je wirklich entziehen kann, fließen in die Stadt, ein neues Fließen von Bedeutung, das nichts erklärt, aber alles verändert.
Und so geht ihr weiter, jeder Schritt ein neuer Puls, jeder Atemzug eine Erinnerung daran, dass die Welt immer schon ein bisschen anders ist, als wir sie sehen.
Ein paar Worte, die noch im Raum schwingen. Ein paar Spuren, die nie ganz verschwinden.
Denn diese 312 Wörter – sie sind mehr als nur Worte. Sie sind der Raum, den ihr gerade betreten habt.