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Zwillinge im Bauch – Erinnerungen an Mittelalterliches Persien und Hexenverfolgung
Jasmin (rechts, mit einem tiefen Atemzug): „Weißt du noch, Eva… Persien? Ich war damals Mama von sechs Kindern. Die Sonne brannte, die Gärten dufteten nach Granatapfel. Ich tanzte, wenn die Kinder schliefen, meine Füße leicht wie Blätter im Wind.“
Eva (links, mit zitternder Stimme): „Ja… und ich… ich war die Hexe. Sie haben mich gejagt, auf den Scheiterhaufen gebracht. Kinder sammelten Holz, Menschen kamen von überall – ein Fest, ein Spektakel. Ich erinnere mich an die Flammen, den Rauch, die Schreie und die Musik… alles gleichzeitig.“
Jasmin (leise, nachdenklich): „Du… du hast so viel Mut gezeigt. Selbst in der Angst, in der Gefahr… Ich konnte damals nichts tun, ich kümmerte mich um die Kleinen, und du… du kämpftest für dich selbst, für deine Freiheit.“
Eva (traurig, aber stolz): „Freiheit… ja, in dem Moment fühlte ich mich lebendig. Die Flammen nahmen den Körper, aber nicht die Erinnerungen. Die Angst, das Staunen, das Theater – es lebt weiter in mir.“
Jasmin (sanft): „Vielleicht ist das der Grund, warum wir jetzt wieder zusammen sind. Ich als Beschützerin, Tänzerin, Mama; du als Erinnerung, Magie, Überlebende. Wir ergänzen uns, über Zeit und Raum hinaus.“
Eva (leise lächelnd): „Und vielleicht lernen wir jetzt, dass wir selbst in den dunkelsten Momenten … Licht und Liebe weitertragen können. Durch uns, durch die Kinder, durch die Geschichten.“
Jasmin: „Abgemacht. Wir tanzen, wir lachen, wir sammeln keine Holzscheite mehr – nur Erinnerungen, Mut und Freude.“
Ein Tropfen Fruchtwasser fließt vorbei, die Zwillinge lachen leise, ohne Laut, und tragen die Geschichten ihrer mittelalterlichen Leben als unsichtbares Erbe in die neue Welt.
RIEFUNKE
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