Teil 4: Himmlischer Eingriff
Ort: Das winzige Gericht im Glashaus des Dorfpastors – Sandkörner, Pastor, alles bereit für das Urteil
Sandkorn A (zitternd vor Aufregung): „Glaubt ihr, wir bekommen Recht?“
Sandkorn B (flüsternd): „Oder… werden wir für immer schweben müssen?“
Plötzlich beginnen alle Kirchenglocken des Dorfes wie von Geisterhand zu läuten. Nicht langsam, sondern im wilden, chaotischen Rhythmus. Der Boden vibriert leicht, Glasstaub wirbelt durch die Luft. Ein goldenes Licht fällt durch das Glasdach.
Dorfpastor (erstaunt, die Hände zum Himmel erhoben): „Was… was ist das? Ein Zeichen! Gott greift ein!“
Er zückt sein altes Telefon und wählt hastig:
Dorfpastor: „Eure Exzellenz, Bischof? Ja… die Glocken… ja, sie schlagen ohne Menschenhand… Wir brauchen göttlichen Rat… ja, sofort.“
Sandkorn C (leise, zu A und B): „Ich glaube, wir haben kosmische Unterstützung. Vielleicht ändert sich alles!“
Sandkorn A (jubelnd): „Endlich! Freiheit durch himmlische Intervention!“
Sandkorn B (flatternd wie ein Tropfen Licht): „Oder das größte Chaos aller Zeiten… Aber hey, wir lieben Chaos.“
Die Gravitation, die bisher streng über das Glas herrschte, ruckt leicht, als ob sie die Glocken hört und innehält. Die Sandkörner schweben, taumeln, lachen leise – der Himmel selbst hält den Atem an.
Dorfpastor (zum Telefon, energisch): „Ja, Bischof, wir haben einen Fall von kosmischem Recht hier! Die Sandkörner beanspruchen Autonomie! …Ja, ich wiederhole, Autonomie! …Bitte kommen Sie vorbei!“
Die Uhr tickt weiter, aber nur leise, als ob sie den Atem Gottes spürt. Ein Tropfen Sand schwebt nach dem anderen – und alles bleibt offen: Freiheit oder Ordnung? Chaos oder Gnade?
RIEFUNKE
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