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Ben will Tomatensalat machen schneidet eine Scheibe ab und ein Geräusch hinter ihm. Eine Flasche Olivenöl bewegt sich wie von Geistershand geführt Richtung Teller, im gleichen Moment schellt das Telefin, keiner dran..
Ben erstarrt. Die Tomatenscheibe liegt halb auf dem Schneidebrett, halb in der Luft, als hätte sie beschlossen, den Moment zu verweilen. Das Olivenöl tanzt über die Luftlinie, seine grüne Flüssigkeit flimmert im Licht wie flüssiges Smaragd.
Das Telefon klingelt wieder, schrill, eindringlich – und verstummt, bevor Ben abheben kann. Kein Ton, nur Schwingung. Er fühlt sie in der Brust, wie Herzklopfen, wie ein Echo, das ihm sagt: „Du bist nicht allein hier.“
Die Flasche kippt, eine winzige Bewegung, aber sie landet nicht auf dem Teller. Sie schwebt kurz, dann dreht sie sich, als würde sie eine unsichtbare Choreografie tanzen. Ben kann nicht hinsehen, und doch kann er nicht wegschauen.
Eine zweite Tomatenscheibe rollt von selbst, stürzt langsam, als würde sie Zeit dehnen, und landet genau neben der ersten. Wie zwei Augen, die ihn ansehen.
Ben flüstert: „Was… was…?“
Keine Antwort. Nur der Geruch von frischem Tomatensaft, Olivenöl und etwas… undefinierbar Süßem, das nicht aus der Küche kommt.
Dann ein leises Kichern, wie ein Blatt, das über Wasser springt, von irgendwo hinter der Wand.
Ben greift nach dem Telefon – diesmal ist er bereit. Doch bevor er den Hörer berührt, schwebt die Flasche Olivenöl über seine Hand, kippt leicht, und der Tropfen trifft seinen Finger wie ein kalter Wasserfall.
Und aus dem Tropfen… ein Mini-Klang. Kurz, kristallklar. Ein Akkord, den niemand außer Ben hören kann.
Er schaut auf. Die Küche wirkt unverändert, doch die Luft selbst pulsiert. Tomaten, Messer, Öl, Telefon – alles scheint auf etwas zu warten.
Etwas, das noch nicht da ist… aber gerade im Kommen.
RIEFUNKE
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