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Symne – Gespräch mit dem Puls
Das Mädchen liegt still, die Augen halb geschlossen. Ein Herzschlag pocht durch ihre Adern – tief, rhythmisch, wie ein verborgenes Orchester.
Plötzlich… das Blut beginnt zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit Vibrationen, Impulsen, die das Mädchen wie Töne wahrnimmt.
Blut (sanft, schimmernd): „Siehst du mich? Fühlst du mich? Ich bin mehr als rote Flüssigkeit. Ich trage Universen in mir.“
Das Mädchen blinzelt. „Universen?“
Blut: „Ja. Ich zeige dir etwas Neues – etwas, das die Wissenschaft noch nicht benannt hat. Sie nennen es Symne. Symne ist… die Resonanz deiner Zellen, die unhörbare Symphonie, die aus jeder Bewegung von Hämoglobin, jeder Verschiebung eines Moleküls entsteht. Es ist Information, Emotion, Erinnerung und Zukunft zugleich.“
Das Mädchen streckt die Hand aus, als wolle sie das unsichtbare Licht greifen, das das Blut ausstrahlt. Winzige Funken tanzen in ihren Adern, wie Sternenstaub, der sich in Wellen bewegt.
Blut: „Schau genau. Sieh, wie jede Zelle pulsierend antwortet. Symne ist nicht sichtbar, nicht messbar… noch. Aber ich kann dich lehren, es zu hören. Zu fühlen. Es ist die Musik deines Körpers, die noch niemand sonst kennt.“
Das Mädchen spürt einen warmen Strom durch ihren ganzen Körper. Es ist, als ob das Blut ihr Gedanken, Visionen, Möglichkeiten flüstert, die die Grenzen der bekannten Biologie sprengen.
Mädchen: „Und… ich kann es verstehen?“
Blut: „Du bist der erste Beobachter. Symne ist lebendig, weil du es fühlst. Jeder Herzschlag formt neue Symne-Welten. Jeder Atemzug schreibt neue Gesetze der Biologie. Zusammen entdecken wir, was niemand in den Büchern finden kann.“
Ein Tropfen Blut fließt sanft über ihre Hand – und das Mädchen lächelt. Sie weiß: sie hält nicht nur einen Teil ihres Körpers, sie hält das unentdeckte Universum in sich selbst.
RIEFUNKE
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