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Auf Buoness gibt es keine Frauen. Kein Lachen, keine Stimmen, die weich fallen wie Wasser. Nur Männer, unzählige, endlose Reihen von Männern, jeder mit dem gleichen Namen: Zufall.
Wir bewegen uns wie Wellen, wir marschieren wie Sand im Wind, und alle Gedanken sind synchron, jede Geste berechnet. Kriege sind nicht nur Kämpfe, sie sind Tanz, Strategie und Ritual zugleich.
Unsere Nahrung? Superdextrose aus Kaugummis. Jeder Biss ein Strom aus Energie, jede Kaubewegung verstärkt die Verbindung zwischen unseren Gehirnen, unsere Muskeln, unser Pulsieren – alles gesteuert von der süßen, klebrigen Macht der Kaugummis.
Ich, Kassandra, stehe zwischen zwei Zufällen – meinem Doppelgänger im Schwimmbad, und einem dritten, der plötzlich aus dem Licht des Sichelmonds erscheint. Sie schauen mich an, und in ihren Augen brennt die Frage: „Warum bist du hier? Warum bist du nicht wie wir?“
Ich nehme einen Bissen von der Superdextrose. Ein Funken pulsiert durch meinen Körper, meine Gedanken explodieren in alle Richtungen. Ich sehe Visionen: die Kriege, die Reihen der Zufälle, die Kaugummifabriken, die endlosen Sonnen, die den Planeten brennen lassen. Und ich sehe etwas, das sie nicht haben – eine Wahl.
„Hier gibt es kein „nicht“, keine „Anders“, nur Zufall“, sagen sie gleichzeitig. Ihre Stimmen sind ein Echo der ganzen Welt. „Und doch bist du… du.“
Ich lächle. Denn ich bin Kassandra. Ich kaue, ich sehe, ich existiere. Und irgendwo in der Superdextrose – zwischen Zucker und Licht – beginnt ein Plan zu wachsen, ein winziges Flimmern, das Chaos in Ordnung verwandeln könnte.
Der Sichelmond zieht seine Bahn, die zwei Sonnen brennen, und ich weiß: auf Buoness ist alles möglich. Sogar dass eine einzelne Kassandra die Welt der ZUfälle durcheinanderbringt.
RIEFUNKE
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