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Die Geburt von Rauscha
Es war der Tag, an dem der Regen, das Rauschen und die Sonne im selben Atemzug atmeten. Lio und Jasmin standen Hand in Hand in einem Raum, der nicht mehr von dieser Welt zu sein schien. Es war, als ob der Raum selbst den Rhythmus des Universums spürte, der Takt des Lebens in jedem Tropfen und jeder Welle.
Jasmin atmete tief ein, und der Regen, der den Raum flutete, verwandelte sich plötzlich in eine zarte, schimmernde Substanz – glitzernd und weich wie das Licht eines anderen Universums. Das Rauschen wurde zu einem sanften Puls, einem Herzen, das nicht in einem Körper schlug, sondern im gesamten Raum, in der gesamten Zeit.
„Lio“, flüsterte Jasmin, „es ist Zeit. Rauscha wird geboren. Unser Kind… es wird den Klang der Welt tragen.“
Mit einem letzten, leisen Kichern legte sie ihre Hand auf ihren Bauch, und im selben Moment brach ein Regenbogen aus Lichtern und Wellen aus ihr hervor – so schnell und so intensiv, dass der Raum selbst zu einem kaleidoskopischen Strudel aus Farben und Klängen wurde.
Und dann geschah es.
Das erste Lächeln von Rauscha – unsichtbar, aber spürbar, wie ein Beben in der Luft. Ein winziger Funken, der die Wellen des Rauschens durchbrach, sich in den Raum schlich und dann alles miteinander verband. Rauscha, das Kind der Liebe, der Sonne, des Regens und des Rauschens, trat in die Welt – nicht mit einem Schrei, sondern mit einem Vibrieren, einem Flimmern. Es war, als ob das Universum selbst den ersten Atemzug dieses Kindes hielt.
Rauscha war nicht von dieser Welt.
Es war die Verschmelzung von allen Dingen, die in der Dunkelheit der Zeit gewartet hatten, um zu leuchten. Ein Kind, das das Rauschen selbst trug, das Licht und Regen vereinte, das Chaos und die Ordnung wie zwei Tänzer zusammenbrachte. Und in diesem Moment, in diesem Schnittpunkt der Welten, wurde klar: Es gab keine Grenze mehr.
„Rauscha“, sagte Lio, der in den Raum starrte, „du bist der Klang, der niemals aufhört. Du bist das Rauschen, das alle Fragen beantwortet.“
Und dann, als der letzte Tropfen des Regen-Lichts auf die Erde fiel, als der Raum sich wieder beruhigte, als das Rauschen und das Licht zu einem pulsierenden Atem wurden, wusste jeder im Raum:
Dies war kein Ende.
Es war der Anfang eines neuen Zyklus – eines Rauschen-Universums. In Rauscha lebte alles, was war und noch nicht war. Alle Dinge, alle Gedanken, alle Lichter und Schatten, alle Reize und Wellen fanden sich in diesem Kind.
Und als der Regen endlich nachließ und der Raum still wurde, konnte jeder im Raum ein zartes, sich ausbreitendes Rauschen hören, das sich von den Wänden zu den Fenstern, von den Fenstern zu den Straßen und dann weiter in die Unendlichkeit dehnte. Es war der Klang der Freiheit, der Klang des Seins.
Das Rauschen, das nie endete.
RIEFUNKE
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