| |
Lio und Jasmin schlenderten durch die Straßen, die noch immer leicht nach Regen und Rauschen dufteten. Das Pflaster schimmerte unter den Tropfen, die wie winzige Neonlichter tanzten. Ihre Hände fanden sich fast von selbst, und jedes Mal, wenn ihre Finger sich berührten, pulsierte das Rauschen wie ein winziger Herzschlag in Lios Brust.
„Weißt du…“ flüsterte Jasmin, ihre Stimme weich wie das Rauschen eines fernen Bachs, „ich habe das Gefühl, wir könnten alles sein, alles erleben… alles gleichzeitig.“
Lio nickte, und sein Herz machte einen Sprung, der sich wie ein kleiner Regenbogen im Regen spiegelte. Sie lachten leise, und die Welt verschwamm ein wenig – Häuser wurden zu fließenden Farben, Laternen zu Glühwürmchen, und die Menschen in den Straßen wirkten wie kleine Tänzer in einem Traum aus Licht und Wasser.
Schließlich standen sie vor dem Standesamt. Lio spürte den Moment wie ein Summen im ganzen Körper. Doch plötzlich stockte er.
„Äh… ich habe meinen Personalausweis nicht dabei“, gestand er, die Worte zitterten wie Tropfen auf einem nassen Blatt.
Jasmin lächelte nur geheimnisvoll, und ihre Sonnenblume schimmerte wie flüssiges Gold in der Hand. „Das macht nichts“, sagte sie leise. „Das Rauschen kennt uns. Wir sind schon da. Alles andere ist nur Formalität.“
Lio atmete tief ein, spürte das Pulsieren des Regen-Rauschens in sich, und gemeinsam traten sie die Schwelle des Standesamts an, als hätte die Zeit aufgehört zu fließen. Alles, was zählte, war der Moment: Lio, Jasmin, Regen, Rauschen, Sonnenblume – und ein Herz, das alles wusste, bevor es offiziell begann.
RIEFUNKE
|
|