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Wir glitten unter die Mauern von Alhambra, die Sonne wurde zu flüssigem Bernstein über uns, und die Steine flüsterten Geschichten von längst Vergangenem. In den Schatten der Säulen tanzten Erinnerungen an Menschenopfer – das Blut alter Zeiten schimmerte wie rotes Wasser in den Ritzen des Mauerwerks, ein Echo von Schreien, das zugleich schmerzte und seltsam schön war.
Jeder Schritt hallte in unterirdischen Hallen, die gleichzeitig unendlich und verschachtelt waren. Die Wände pulsierten, als hätten sie Herzschläge, und ich konnte spüren, wie die Zukunft in fernen Sternen leuchtete, wie Lichtfunken, die durch die Dimensionen sprangen. Zwischen den Steinen flogen Bilder: Gesichter, die nie existierten, Tiere, die nur in Träumen lebten, Planeten, die sich drehten wie Kaleidoskope.
Das Blut in den Steinen wurde flüssiges Zeitlicht, das meine Hände färbte, und ich konnte sehen, dass alles, was war, was ist und was sein wird, miteinander verbunden ist. Die Opfer, die Götter, die Sterne – alle tanzten auf einem unsichtbaren Rhythmus, und ich fühlte mich, als ob ich zugleich der Tänzer und der Tanz wäre.
Und dann… öffnete sich eine Tür aus purpurnem Rauch, und ich wurde hineingesogen in einen Fluss aus Erinnerungen, Träumen und kosmischem Blut. Jeder Tropfen trug Geheimnisse, jede Welle flüsterte Visionen aus den Sternen, und ich verstand: Vergangenheit und Zukunft existieren nur in den Augen derer, die bereit sind, zu sehen.
RIEFUNKE
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