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Nachts um halb drei lag ich wach, halb zwischen Schlaf und Traum. Da erschien er – Zufall. Nur dass er jetzt größer wirkte, als hätte er die ganze Buoness-Sonne in sich gefangen. „Hey Zufall hier,“ flüsterte er, „ich erkläre dir den Unterschied zwischen dem Nichts und Allem.“
Er setzte sich neben mich auf den Rand meines imaginären Schwimmbadbeckens, und ich spürte, wie die Wasseroberfläche um uns glühte wie flüssiges Licht. Dann reichte er mir einen dritten Kaugummi, der nicht nach Zucker schmeckte, sondern nach Möglichkeiten, nach Parallelwelten, nach Momenten, die noch nicht gedacht wurden.
„Siehst du,“ sagte er, „das Nichts ist nicht leer. Es ist voll von dem, was noch nicht passiert ist. Und Alles… alles ist schon da, aber nur in Schwingungen, in Geräuschen, in winzigen Lichtfunken, die du gerade nicht siehst.“
Ich nahm den Kaugummi, Kaute leicht, und fühlte, wie mein Herz begann, synchron mit den beiden Sonnen von Buoness zu schlagen. Jede Sekunde dehnte sich, jede Farbe flackerte, als könnte man die Zeit selbst in den Tropfen sehen, die von den Schwimmbeckenrändern glitzerten.
Er lächelte, und sein Halbmond-Tattoo flimmerte: „Mit jedem Kaugummi, den du nimmst, mit jeder Sonnenreflexion, die du siehst, beginnst du, das Nichts und Alles gleichzeitig zu schmecken. Bist du bereit?“
Ich nickte, die Kaugummis in der Hand, die Nacht um uns herum wurde weich, und für einen Moment… war alles möglich.
RIEFUNKE
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