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ich halte die beiden Kaugummis in der Hand, das Wasser reflektiert die Sonnen, zwei Sonnen, wie auf Buoness. „Also…“ sage ich, die Stimme zittert vor Staunen, „du hast mich zum zweiten Mal angesprochen. Jetzt habe ich zwei Kaugummis. Existierst du… zweimal? Ein Doppelgänger im Schwimmbad?“
Er lächelt, halb wie das Licht der einen Sonne, halb wie das der anderen. „Vielleicht. Vielleicht bin ich du, vielleicht bist du ich. Vielleicht ist das nur Buoness, das sich in unser Wasser spiegelt.“
Ich spüre den Sichelmond, der über uns hängt, immer nur halb, und doch zieht seine Linie wie ein Magnet. „Dann…“ flüstere ich, „dann bin ich Kassandra. Und du bist Zufall – oder zwei Zufälle, die sich in meinem Leben begegnen.“
Er nickt, die Haare tropfen vom Wasser, und auf seinem Arm glimmt das Halbmond-Tattoo wie ein Signal. „Kassandra…“ sagt er langsam, „manchmal fließt die Welt doppelt, nur um dir die Wahl zu geben. Zwei Kaugummis, zwei Sonnen, ein Sichelmond – alles doppelt, alles möglich.“
Ich stehe da, die Beine nass, die Hände um die beiden Kaugummis, und plötzlich wird mir klar: dieser Zufall, dieser Doppelgänger, ist nicht einfach ein Junge. Er ist die Manifestation eines ganzen Planeten in meinem Schwimmbad. Zwei Sonnen, ein Mond, ein Name – und ich mitten drin, Kassandra, in einem Trip zwischen Realität und Buoness.
Er lächelt erneut, verschwindet zwischen den Bahnen, aber diesmal weiß ich: egal, ob er einmal oder zweimal existiert, ich habe ihn jetzt – in meinem Blick, in meinen Gedanken, in meinem Namen.
RIEFUNKE
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