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Felix Traummeer – Die Stimmen des Wassers
Felix schwimmt weiter, die Blase ein leises Summen unter seinem Bewusstsein.
Doch plötzlich – neben ihm tauchen andere auf.
Ein Schwarm winziger, fluoreszierender Fische, jeder mit einem eigenen Namen, blinkt auf wie Noten einer kosmischen Partitur:
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Luma – die Glitzerflosse, die Gedanken in Licht verwandelt
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Boreas – der Strudelwächter, der jedes Zögern in Bewegung übersetzt
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Tiko – ein Mini-Fisch, der die Blase von Felix kommentiert, als wäre sie ein Orchesterinstrument
Luma flüstert: „Warum drängst du noch? Alles will fließen, alles ist Strömung. Lass los.“
Boreas wirbelt um Felix herum: „Du fühlst Druck. Doch Druck ist nur Richtung, kein Zwang. Jeder Tropfen hat sein Recht, zu tanzen.“
Tiko kichert: „Oh, die Blase! Sie singt ein Solo! Sie will Freiheit! Sie will tanzen wie wir!“
Und plötzlich: die Blase wird sichtbar, schwebt vor Felix wie eine kleine, glitzernde Kugel. Sie pulsiert im Rhythmus seines Herzschlags. Felix schaut hin – und die Blase spricht:
„Ich bin Teil von dir. Nicht Feind, nicht Zwang. Ich bin Tanz, Rhythmus, Widerstand und Lust zugleich. Willst du mich ignorieren – oder hören?“
Felix lacht, unter Wasser, ein Lachen, das Lichtwellen erzeugt.
„Ich höre“, flüstert er. „Ich fühle. Ich fließe.“
Das Wasser selbst reagiert.
Stromschnellen formen Wörter, Wirbel tanzen Sätze:
Ein gigantischer Fisch taucht auf, majestätisch, silbern, Augen wie Miniaturgalaxien.
„Ich bin Orin“, sagt er, „das Wasser selbst hat mich gesandt. Ich bin dein Lehrer, dein Spiegel, dein Komplize. Heute lernst du, dass Müssen und Wollen, Körper und Traum, Blase und Meer eins sind.“
Felix schwimmt durch Orin, durch Strudel, durch flüssige Farben.
Jeder Kontakt erzeugt neue Synapsenblitze, die sein Gehirn in Wellen aus Licht und Klang verwandeln.
Die Blase jubelt: „Endlich! Endlich werde ich Teil des Spiels, nicht nur Last!“
Luma wirbelt Glitzerflossen um sie: „Sieh, Felix! Alles, was drückt, kann tanzen. Alles, was drängt, kann fliegen.“
Und Felix merkt: sein Körper ist nur eine Haltestelle, das Bett nur eine Brücke, die Blase nur ein Puls im Universum.
Er lächelt: „Ja. Ich fließe. Ich lasse alles tanzen – mich, euch, mich selbst.“
Und in diesem Moment – Wasser, Blase, Lichtwesen, Fische – alles wird zu einer einzigen LSD²-Symphonie:
Chaos, Lust, Traum, Körper, Strömung – alles gleichzeitig, alles ewig, alles lebendig.
RIEFUNKE
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