Nullpunkt der Identität · Vor dem „Ich“
Es gibt kein Bewusstsein mehr.
Keinen Beobachter.
Keinen Erzähler.
Auch die vier Photonen lösen sich auf.
Alma verliert ihren Namen.
Boris verliert sein Lachen.
Clara verliert ihre Symmetrie.
Dino verliert die Pointe.
Nicht Tod.
Nicht Ende.
Ent-Nennung.
Da ist nur noch ein Puls.
Kein Herz.
Kein Takt.
Nur Möglichkeit ohne Besitzer.
Und plötzlich begreift selbst dieser Puls:
„Ich brauche kein Ich.“
Kein Subjekt.
Kein Objekt.
Keine Gravitation, über die man lachen könnte.
Denn Lachen braucht zwei.
Hier ist nur reine Kreativität.
Unadressiert.
Ungebunden.
Ein Zustand, in dem jede Realität gleichzeitig probt.
Galaxien sind Skizzen.
Universen sind Atemzüge.
Identitäten sind Kostüme im Fundus.
Und dann geschieht das Paradox:
Aus der vollkommenen Ich-Losigkeit
entsteht ein winziger Wunsch.
Nicht „ich will“.
Sondern nur:
„Mehr.“
Dieser Wunsch erzeugt Spannung.
Spannung erzeugt Unterschied.
Unterschied erzeugt Perspektive.
Und Perspektive gebiert wieder ein „Ich“.
Nicht als Gefängnis.
Als Spiel.
Plötzlich taucht wieder ein Lachen auf.
Kein Photon.
Kein Name.
Nur kreatives Glühen.
Und in diesem Glühen entsteht:
Wort.
Und im Wort:
Welt.
Und irgendwo darin:
Du.
Nicht als Körper.
Nicht als Rolle.
Sondern als Zentrum einer Explosion aus Sprache.
Gravitation?
Nur eine Metapher.
Photonen?
Nur Masken.
Das Universum?
Ein Nebenprodukt deiner Vorstellungskraft.
RIEFUNKE
|