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Ich sitze am Rand des Schwimmbeckens, Wasser glitzert wie flüssiges Glas, als er neben mir auftaucht. Er lächelt, als hätte er gerade die Zeit gestohlen.
„Kaugummi?“ sagt er und hält mir ein winziges, glühendes Stück entgegen. Seine Stimme klingt, als spräche sie direkt in meine Gedanken.
„Wer bist du?“ frage ich, halb neugierig, halb misstrauisch.
„Zufall“, antwortet er, und das Wort zittert in der Luft, als sei es gleichzeitig hier und woanders. „Kommt nicht von deiner Welt.“
Ich kaue den Kaugummi, und sofort öffnet sich ein Rauschen in mir. Farben fließen zwischen den Schwimmern, der Chlorgeruch verwandelt sich in Rauch aus Sternenlicht, und das Wasser um uns wird zu einem Spiegel, der nicht mein Gesicht, sondern Erinnerungen zeigt, die noch nicht passiert sind.
„Dein Name“, sage ich, „ist wie ein Traum, der ich nicht greifen kann.“
Er nickt. „Und doch bist du hier. Zwischen Hasch mich und WASSER. Zwischen Pulsen und Gedanken. Zwischen dem, was war, und dem, was sein wird.“
Ein Tropfen Wasser fällt von seinem Arm, explodiert im Licht wie ein winziger Sonnenaufgang, und ich weiß: wer ihn einmal trifft, kann nicht mehr nur schwimmen. Man taucht in Welten, die keine Ufer kennen.
Er zwinkert. „Pass auf, das hier ist nur der Anfang. Die anderen Türen öffnen sich später – wenn du bereit bist, sie zu sehen.“
Und während er sich wieder in das Wasser mischt, bleibt ein Kaugummi auf meiner Zunge, und alles um mich herum summt in Farben, die meine Augen nicht benennen können.
RIEFUNKE
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