Kapitel 8: Zebra-Partys & das entnervte Gesundheitsamt
Die Zebras hatten die Regeln endgültig gebrochen. Kölns Einkaufszentren wurden zu Tanzflächen, auf denen Zebras mit Einkaufswagen Breakdance übten. Ein Zebra stand auf der Rolltreppe, schwenkte eine Packung Chips, während ein anderes die Rolltreppe als Bühne nutzte, seine Hufe trommelten im Takt der Musik, die nur Zebras hören konnten.
Die Menschen schauten zuerst erschrocken – dann tanzten sie mit. Kinder trugen Mini-Zebra-Ohren, Verkäufer*innen mussten plötzlich Zebra-Preisschilder anbringen, und die Kasse piepste im Rhythmus des wilden Hufgetrappels.
Das Gesundheitsamt, bisher gewohnt, nur Pest und Corona zu bekämpfen, war völlig überfordert. Frau Dr. Kleist, die Leiterin, stand auf einem Tisch, rieb sich die Augen und stammelte:
„Aber… aber… wir haben keine Richtlinien für… tanzende, mit Apfelgift transformierte Zebras in Supermärkten!“
Die Zebras aber lachten nur (oder wieherten – der Unterschied war inzwischen minimal) und verteilten analoge Währungen in Form von Apfelblättern und Raschelgeld. Jede Transaktion war zugleich ein Minikonzert, jede Quittung ein Kunstwerk.
In Düsseldorf veranstalteten Zebras eine „Zebra-Flashmob-Nacht“ auf dem Rheinufer:
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Ein Zebra jonglierte mit Äpfeln, die Funken sprühten.
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Zwei Zebras führten synchron eine Polka auf.
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Ein besonders elegantes Exemplar stand auf einem Pylon, wedelte mit der Mähne und dirigierte die ganze Gruppe wie ein Maestro.
Die Politiker saßen in einem Konferenzraum, starrten auf die Kameras, die die Zebra-Partys live übertrugen, und verloren jegliche Würde.
Frau Dr. Kleist flüsterte:
„Vielleicht… vielleicht ist das Apfelgift doch eine neue Form der öffentlichen Gesundheit?“
Die Zebras, unbeeindruckt, gaben nur ein letztes, harmonisches Wiehern ab. In diesem Moment wusste jeder: das Rheinland war nicht mehr dasselbe – es war ein schwarzes und weißes Wunderland, ein musikalisches, tanzendes, absolut absurd-geniales Zebra-Universum.
Und irgendwo, inmitten des Chaos, da dachte ein einzelner Politiker leise:
„Vielleicht sollten wir einfach tanzen.“
RIEFUNKE