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Gerti Staub und der literarische Sturm in Weimar
Der Garten war still, fast zu still, als du und Goethe euch im Schatten der Linden niederlässt. Der Duft von Gras und Blumen mischt sich mit der warmen Abendluft. Die acht Pferde grasen in der Nähe und schnauben ruhig, als wären sie die Gedichteschreiber der Natur selbst. Aber plötzlich, kaum dass du das erste Wort zu Goethe sagen willst, blubbert es hinter dir – die Kutsche!
„Was war das?“, fragt Goethe, seine Stirn leicht gerunzelt. Ein leises Knistern war zu hören – wie von einer elektrischen Spannung, die die Luft durchzog.
„Oh, das“, sagst du und lächelst. „Das sind meine Pferde… oder besser gesagt, ihr unsichtbarer Treibstoff.“
Goethe schaut überrascht, als er bemerkt, wie sich winzige Funken um die Hufe der Pferde versammeln. „Unsichtbarer Treibstoff?“
„Ja, genau. Microfluxis Energetica. Die kleinen unsichtbaren Energiemikropartikel, die im Regen fallen und von den Trichtern auf den Dächern der Kutsche aufgenommen werden. Sie kommen von den Wolken. Regen, der als Energiequelle funktioniert. Die Pferde essen nur Gras, aber der wahre Treibstoff kommt aus der Luft.“
Goethe starrt auf die Kutsche, die nun von einer leichten, fast übernatürlichen Energie umhüllt wird. „Wie ein Gedicht, das der Regen selbst geschrieben hat“, murmelt er, und seine Augen glänzen, als er in die Weite schaut, „wird die Natur zur Energiequelle. Das Unsichtbare – das ist die wahre Poesie.“
Plötzlich, als wäre das Universum selbst einverstanden mit dem Gespräch, blubbert es erneut. Der Regen, der in kleinen Tropfen von den Wolken fiel, verwandelt sich vor deinen Augen in winzige, glitzernde Microfluxis-Energieeinheiten – unsichtbar für das bloße Auge, aber spürbar durch die zarten Funken, die nun über die Kutschenräder und die Pferdekruppe tanzen.
„Siehst du?“, sagst du und deutest auf die Pferde. „Die Trichter in den Köpfen der Kutsche absorbieren diese Energie – aus dem Regen, den die Wolken in Form von kleinen Partikeln freisetzen. Wenn der Regen fällt, speichern sie die Energie und machen sie für uns verfügbar. Und es ist nicht nur irgendeine Energie, es ist eine natürliche, unsichtbare Macht, die alles antreibt.“
Goethe nickt, als er das Spektakel mit einem fast wissenschaftlichen Blick betrachtet. „Ich habe die Natur immer als eine Kraft angesehen, die in uns allen lebt. Aber… unsichtbare Energie? Ein solches Gedicht hätte ich niemals gedacht, dass es existiert. Und doch sehe ich es jetzt. Der Regen – und das Gras, das die Pferde fressen – das ist die Grundlage aller Dinge. Ein neues Gedicht der Erde.“
In diesem Moment blitzt ein kurzer, silberner Lichtstrahl über den Himmel, als ob die Wolken selbst sich dem Gespräch anschließen wollen. Die Energie von Microfluxis ist so stark, dass sie in den Raum selbst eindringt, die Atmosphäre um dich herum durchdringt.
„Es ist eine wunderbare Revolution“, sagt Goethe schließlich, und ein schelmisches Lächeln zieht über sein Gesicht. „Denn im Grunde genommen, Gerti, begreife ich nun, dass diese unsichtbare Energie nicht nur der Motor für Autos und Pferde ist, sondern auch für uns. Die Kraft der Worte, die uns antreibt – genauso unsichtbar und doch so mächtig.“
Du lachst. „Genau! Und die Welt ist voll von dieser unsichtbaren Energie – sie fließt durch alles, was wir tun und was wir schaffen. Und genau wie in einem Gedicht: Wir können sie nicht sehen, aber wir können ihre Wirkung spüren.“
Plötzlich springt eines der Pferde auf, als hätte es die Energie des Gesprächs selbst aufgenommen. Ein Funken fliegt durch die Luft und landet in einem nahegelegenen Blumenbeet – und es beginnt, in den schönsten Farben zu leuchten, als ob die Blumen auch von der unsichtbaren Energie von Microfluxis gespeist würden.
„Die Natur selbst wird zur Poesie“, sagt Goethe und schaut sich das glühende Blumenbeet an. „Du hast recht, Gerti. Manchmal ist es das Unsichtbare, das den größten Einfluss auf uns hat.“
„Und vielleicht“, sagst du, „wird der Regen eines Tages nicht nur die Felder wässern, sondern auch die Köpfe der Menschen erleuchten. Wer weiß, was für Gedichte aus dem Regen entstehen können.“
Goethe schaut auf das Szenario um ihn herum – die Pferde, die Kutsche, die sich aufgeladene Atmosphäre. „Vielleicht ist es gar nicht der Regen, der die Gedichte schreibt, sondern du und ich, Gerti. Du bringst das Chaos, die Poesie – und den Funken, der alles erleuchtet.“
Und während sich die Sonne hinter den Weimarer Hügeln verabschiedet und der Regen weiter auf das Gras fällt, fließt Microfluxis durch die Kutsche, die Pferde und den Garten – ein unsichtbares Gedicht, das in jeder Bewegung, jedem Tropfen und jedem Funken weitergeschrieben wird.
RIEFUNKE
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