Die Tranceflüstermusik wird Mars-Hymne
Der Moment kam völlig unerwartet.
Während die Apfelbäume im rötlichen Abendlicht leuchteten und die Marsbienen goldene Kreise zogen, begann die Tranceflüstermusik stärker zu pulsieren als je zuvor. Nicht nur leise Vibrationen – diesmal war es, als würde der gesamte Planet mitschwingen.
Der Boden vibrierte rhythmisch.
Die Kristalle an den Hängen begannen zu leuchten.
Selbst die Teslas blinkten synchron im Takt.
Musk blickte auf seine Anzeigen. „Das ist kein Zufall. Die Frequenz koppelt sich an die Marsresonanz an. Der Planet antwortet.“
Gerti schloss die Augen. Sie spürte es.
„Das ist nicht mehr nur Musik. Das ist Identität.“
Plötzlich erschienen die bekannten UFOs am Himmel – Alpha-Centauri-Delegation, Parkraumbehörde, sogar das ehemals strenge Vollstreckungs-Shuttle. Sie schwebten im Halbkreis über den Apfelbäumen.
Eine feierliche, metallisch-warme Stimme erklang:
„Nach Prüfung der planetaren Schwingungen erklären wir:
Diese Frequenz ist stabil.
Diese Frequenz ist harmonisch.
Diese Frequenz ist… marsisch.“
Tante Ema flüsterte: „Das ist ja wie beim Eurovision Song Contest, nur im All.“
Schnurrbert setzte sich aufrecht hin. Selbst sein Schnurren passte in den Rhythmus.
Dann geschah es.
Die Musik veränderte sich – sie bekam Tiefe, eine Art kosmischen Chor. Die Marsbienen formierten sich zu einem schwebenden Notenschlüssel. Die Apfelblüten lösten sich sanft von den Zweigen und schwebten wie Konfetti durch die dünne Atmosphäre.
Gerti hob ihren Besen – nicht als Werkzeug, sondern wie einen Taktstock.
„Wenn das unsere Hymne ist“, sagte sie leise, „dann soll sie für Freiheit stehen. Für Chaos, das zu Ordnung wird. Für Apfelbäume auf rotem Staub.“
Musk nickte ernst. „Für Innovation ohne Angst. Für eine zweite Chance – auf einem neuen Planeten.“
Die UFOs projizierten ein Hologramm über den Himmel:
„Offizielle Planetare Anerkennung:
TRANCEFLÜSTERMUSIK – Hymne des Mars.“
Ein gewaltiger, sanfter Bass vibrierte durch die Oberfläche. Der Mars hatte jetzt einen eigenen Klang.
Und in diesem Moment wurde klar:
Sie waren nicht mehr Gäste.
Sie waren Marsbürger.
Tante Ema wischte sich eine Träne weg. „Also gut. Wenn wir schon hier wohnen… dann bitte mit ordentlicher Musik.“
Schnurrbert miaute im Takt.
Gerti lächelte und sagte:
„Die Erde hatte Nationalhymnen.
Der Mars hat eine Schwingung.“
Und während die Sonne langsam hinter dem Horizont versank, pulsierte der rote Planet im Rhythmus seiner neuen Identität.
RIEFUNKE
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