Botanisches Chaos – Der Professor stürzt herein
Plötzlich – ein Krachen. Die weiße Tür des Labors fliegt auf, als hätte sie selbst beschlossen, rebellisch zu werden.
Professor Hohenstiel, eine Mischung aus Erfindergeist und Panik, steht im Rahmen, die Brille schief, die Haare wie explodiert. „Was… was macht ihr hier?!“
Minerva, die alte Kiefer, schüttelt ihre Nadeln. „Oh, hallo, Herr Professor. Wir dachten, wir zeigen dem Herz hier, wie man mit Pflanzen die Evolution dirigiert.“
Basilio duftet aufgeregt. „Und wir haben gerade einen Plan für die Zukunft geschrieben. Mit Düften. Mit Regen. Mit kleinen Streichen an der Raumzeit.“
Salvia rollt sich ein bisschen zusammen. „Sie wollten doch nur Dino-Gene entnehmen, nicht wahr? Keine Sorge – Thalor und wir haben alles… charmant blockiert.“
Thalor, das Dinosaurierherz, pulsiert rhythmisch, als würde es kichern. „Ich hoffe, Herr Professor, Sie verstehen: Herz geht vor Wissenschaft. Immer.“
Der Professor stapft näher, versucht hektisch, eine Spritze mit „Dino-Gentrank“ zu halten, aber die Pflanzen bewegen sich wie kleine Dirigenten. Thymian schwingt seine Blüten wie kleine Schleudern. Melisandre wirbelt einen Duftstoß – der Professor niest zweimal, stolpert rückwärts über Basilio und landet schließlich in einem Eimer mit Wasser, das wie von Zauberhand die Form eines Herzens annimmt.
Liora, die Minze, zischt: „Vielleicht lernen Sie jetzt, dass man nicht einfach in geheime Evolution eingreift. Schon gar nicht ohne Einladung.“
Und dann – wie auf ein unsichtbares Zeichen – beginnt das Herz zu pulsieren synchron mit allen Pflanzen. Ein kleines Orchester aus Vibration, Duft und Licht. Der Professor schaut fassungslos zu, während Minerva ein letztes Mal ihre Nadeln wie Finger hebt:
„Willkommen in der Realität, die wir schon seit Urzeiten kennen.“
Der Professor schnupft, niest und murmelt: „Vielleicht… vielleicht hätte ich zuerst den Tee probieren sollen…“
Draußen im Garten lachen die Pflanzen leise, das Herz glüht und die Zukunft der Evolution liegt wieder in ihren Händen. Und irgendwo, zwischen Basilikum und Thalor, denkt eine kleine Pflanze: „Ach, Wissenschaft… immer so ernst. Wir machen das besser.“
RIEFUNKE
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