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Das Herz erwacht – Dino im Zimmer
Plötzlich, wie von einem uralten Zauber belebt, beginnt Thalor, das Dinosaurierherz, zu zittern. Ein sanftes Leuchten, dann ein Beben.
„Was… was passiert da?!“ kreischt Professor Hohenstiel, während er zurückweicht.
Aus dem Herz wachsen Schuppen, dann Beine – kräftige, wie Eichenstämme – ein Schwanz schiebt sich aus der Brust, und Augen, klug und leuchtend, öffnen sich. Ein Dinosaurier, kaum kleiner als das ganze Labor, streckt die Schnauze und schnuppert neugierig an den Pflanzen.
Basilio und Minerva ducken sich, Salvia wirbelt Duftwolken wie ein Schleier über die Kreatur. Thalor brüllt nicht – er lacht leise, ein tiefes, vibrierendes Herzlachen.
„Ich… ich… ich muss… fliehen!“ stammelt der Professor und rennt aus dem Labor. Er stolpert durch den Garten, über die Wurzeln der Pflanzen, bis er die Tür der nahen Kirche erreicht.
Mit zitternden Händen öffnet er die schwere Holztür, rutscht auf dem Boden bis zum Altar, zündet eine Kerze an und faltet die Hände. Sein Atem geht stoßweise.
„Oh… großer Schöpfer… bitte… beschütze mich vor… vor diesem… Dino… und den sprechenden Pflanzen!“
Draußen im Labor trommeln Basilikum und Thymian rhythmisch gegen die Fenster, das Herz-Dino stampft sanft, als wolle er sagen: „Alles gut, wir machen nur Evolution.“
Und der Professor, knieend vor der Kerze, murmelt:
„Vielleicht… sollte ich einfach Tee trinken… und Pflanzen respektieren.“
Draußen wächst der Dinosaurier langsam, streckt sich, als wollte er die ganze Welt begrüßen, und die Pflanzen, die das Herz begleiteten, neigen sich im Takt seines Atems.
Ein neuer Herrscher im Zimmer – groß, leuchtend, lebendig – und ein Professor, der betend in der Kirche sitzt, während das Chaos freundlich, aber bestimmt, die Welt neu ordnet.
RIEFUNKE
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