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Gerti Staub – Mensa-Chaos mit Hochspannung
Gerti Staub war nun offiziell die Putzfrau der Universität Graz. Sie kannte jeden Flur, jeden Raum, jede Treppenstufe – und hatte schon ein erstaunliches Verhältnis zu Professor Schwarz aufgebaut. Doch am heutigen Tag wartete ein ganz anderes Abenteuer auf sie: die Mensa.
„So, heute räume ich hier auf, damit die Studenten wieder in Frieden essen können“, murmelte Gerti, als sie den Besen schwang. Sie bewegte ihn mit solcher Eleganz, dass man fast dachte, es sei ein Tanz.
Doch plötzlich, ein leises Knistern. Gerti merkte es zu spät: Der Besen berührte versehentlich ein freiliegendes Kabel vom Heißgetränk-Automaten, das direkt in die Stromversorgung der Mensa führte.
BÄM!
Lichter flackerten, Tische vibrierten, und die Kaffeemaschine begann, Espresso und heiße Schokolade gleichzeitig zu spucken, während die Induktionsplatten in wilden Rhythmen blinkten. Studenten starrten auf ihre Teller, auf denen plötzlich nichts mehr zu sehen war. Kein Mittagessen. Nur flackernde Lampen und ein summender Besen.
„Was zum…?“ rief ein Student, während sein Teller wie ein Magnet nach links rutschte.
„Wir haben Hunger!“ schrie eine andere Stimme aus der Ecke.
„Das ist eine Katastrophe!“, brüllte ein dritter.
Gerti sprang auf, wollte den Besen abstellen, doch er leckte noch immer gefährlich Strom. Mit einem eleganten Schwung und einem entschlossenen Sprung zog sie ihn aus der Steckdose – dabei funkelten Funken wie Feuerwerk.
„Oh… oh nein“, stotterte sie, „nicht schon wieder!“
Die Studenten starrten sie wütend an, der Hunger verwandelte ihre Blicke in kleine, hungrige Laserstrahlen.
„Das ist inakzeptabel! Wir wollen unser Mittagessen!“, schrie einer.
„Und ich will meine Suppe nicht in Stromblitzen serviert bekommen!“, empörte sich eine andere.
Gerti, die inzwischen leicht verschmort aussah, hob die Hände.
„Ich… ähm… ich verspreche, dass ich das nächste Mal die Elektrizität respektieren werde! Vielleicht… wenn ich tanze, dann ohne Besen, ja?“
Aus dem Hintergrund trat Professor Schwarz herein, zog die Stirn in Falten.
„Gerti Staub! Was haben Sie jetzt schon wieder angestellt?“
„Ich… äh… habe nur ein kleines … äh… Licht-Spektakel veranstaltet?“
„Ein Licht-Spektakel?! Die Mensa hat keinen Strom mehr und die Studenten protestieren wegen Hunger! Wie erklären Sie das?“
Gerti lächelte charmant, Funken glitzerten noch in ihren Haaren.
„Nun… man sagt doch, dass Hunger die Kreativität anregt. Vielleicht wollten die Studenten ja nur ein interaktives Erlebnis…?“
Die Studenten murmelten, einige kicherten, andere schnaubten, aber langsam begannen sie zu begreifen: Gerti Staub war nicht irgendeine Putzfrau. Sie war Chaos in Person – ein lebendiger, funkelnder Wirbel aus Strom, Besen und unerwarteter Magie.
Professor Schwarz seufzte, zog sein Hemd glatt und murmelte:
„Ich hoffe, dass ihr nächstes Mittagessen nicht noch eine physikalische Demonstration wird…“
Gerti zwinkerte, stellte den Besen weg und lächelte verschmitzt.
„Keine Sorge, Professor. Aber vielleicht… sollten wir das Experiment Strom + Besen + Mensa auf dem nächsten Semesterplan eintragen?“
Und irgendwo in der Mensa knisterte noch ein letzter Funke, während hungrige Studenten sich langsam ihre Teller zurückeroberten – und heimlich begannen, Gerti Staub dafür zu lieben.
RIEFUNKE
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