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Emil und die Symne-Liebe – Kapitel 2: Die Zahnprothese & Der unerwartete Herzschlag
Emil saß in seinem Labor, das Licht der Mikroskope flimmerte über das Chaos aus Pipetten, DNA-Strängen und den pulsierenden Symne-Lichtern. Auf dem Monitor tanzten die molekularen Verbindungen, die er so oft studiert hatte. Doch heute war es anders. Heute war alles Leben. Heute fühlte er sich, als wäre er selbst eine der vielen leuchtenden Teilchen im Universum.
Gerade als er die Schwingungen der Symne-Emotionen noch intensiver wahrnahm, klingelte sein Telefon. Es war Dr. Anja, die Zahnärztin. Emil starrte auf das Display, das plötzlich wie ein rotes Neonlicht in seiner Hand leuchtete.
„Hallo?“ Emil sprach mit einem Lächeln, das immer noch vom leuchtenden Puls der Symne-Liebe gefüttert wurde.
„Herr Dr. Emil? Es tut mir leid, aber…“ Ihre Stimme war klar, aber mit einem unerklärlichen Hauch von Humor. „Sie haben Ihre Zahnprothese vergessen. Sie wissen schon, die, die Sie bei mir anfertigen lassen wollten…“
Emil schnappte nach Luft und blickte auf die runde Plastikablage, die ihm wie ein gelebtes Zukunftsprojekt vorkam. „Äh…“ Sein Herz setzte einen Schlag aus, dann sprang es in einem wilden Rhythmus weiter. „Ich… äh, hab‘ sie wohl nicht mitgenommen.“
„Es macht nichts“, sagte Anja lachend. „Aber ich dachte, Sie sollten es wissen, falls Sie sie später noch brauchen.“
Emil hatte so viele Fragen – über Zahnprothesen, über Symne und über sie. Aber er sagte nur: „Ich schicke sie Ihnen direkt zu. Alles klar.“
„Gut“, antwortete sie. „Ach, und übrigens – ich wollte Ihnen noch etwas erzählen. Wir sehen uns ja nachher in meiner Praxis… vielleicht können wir mal ein bisschen mehr quatschen. Ich habe die letzten Wochen einiges durchgemacht… wie sagt man so schön? Eine kleine Wende in meinem Leben.“
„Wende? Was für eine Wende?“ Emil spürte, wie der Puls in seiner Brust erneut zu einem seltsamen Takt zu beschleunigen begann. War das Symne, oder war das etwas anderes?
„Ich bin frisch geschieden, Emil“, erklärte sie mit einem leisen, aber irgendwie selbstbewussten Unterton. „Vor drei Monaten. Und ich glaube, es gibt keine Zufälle im Universum… vielleicht, dass du heute hier bist… mit deinen unendlichen Experimenten.“
Emil starrte auf den Bildschirm vor ihm, wo die Moleküle des Lebens immer noch tanzten. „Du bist… frisch geschieden?“ Ein kurzer Moment der Stille. Der Herzschlag in ihm verlangsamte sich, wurde plötzlich klarer, fester – als wäre der Puls des gesamten Labors mit einem neuen Fokus versehen.
„Ja“, sagte Anja, „manchmal tut es gut, über neue Wege nachzudenken, Emil. Wer weiß, vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass wir beide die nächsten Schritte in eine andere Richtung gehen.“
Emil konnte das Vibrieren in seiner Brust spüren, als Symne erneut durch ihn pulsierte. War das ihre Chance? War das der Beginn von etwas größerem als nur einer Zahnprothese? Etwas, das mehr als nur Elektronen und Zellstrukturen umfasste?
„Ich komme zu dir“, sagte er dann, „mit der Zahnprothese – und vielleicht auch mit ein paar anderen Gedanken...“
RIEFUNKE
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