Die Nobelpreis-Rede von Emil und Anja
(gesprochen bei der feierlichen Zeremonie, in einem geheimen Hinterzimmer der Praxis, begleitet von der Sprechstundenhilfe als Trauzeugin und einem leichten Glitzern in den Augen)
Emil (mit einem schelmischen Lächeln):
„Meine Damen und Herren, hochgeschätzte Mitglieder des Nobelkomitees und all diejenigen, die diese Feierlichkeiten so brillant möglich gemacht haben – ich stehe hier, nicht nur als Wissenschaftler, sondern als ein Mann, der eines der größten Geheimnisse des Universums entdeckte. Ein Geheimnis, das nicht in den Molekülen von Sternen oder in den feinsten Quanten versteckt war… sondern im Zahn einer Zahnprothese.
Ja, Sie haben richtig gehört: Der Ursprung der Liebe – auf Zähnen, in Prothesen und, nun, in Genen, die sich bei einem gemeinsamen Lächeln und einer weiten Vision versammeln. Ich danke der Zahnärztin, der Wissenschaftlerin, der Kosmischen Schwester – Anja. Ihr Auge für Details, Ihre Sanftmut und Ihr unermüdlicher Wille, nicht nur Zähne zu heilen, sondern auch das Herz zu entzünden, haben mir geholfen, das größte Abenteuer meines Lebens zu entdecken.
(Lächelt Anja zu, sie verzieht den Mund und nickt mit einem Augenzwinkern.)
Und was für ein Abenteuer es war – ein Abenteuer, das uns zu den Genen von Liebe und Leben führte, die in einem simplen Zahn verborgen waren. In einem Moment der Extraktion wuchsen aus den Zellen neue Träume, neue Verbindungen und schließlich ein gemeinsames Kind. Es war nicht nur ein Baby – es war das Produkt von unzähligen Molekülen, die sich im Tanz der Zufälle versammelt haben. Eine Form der Liebe, die in den Tiefen unserer Zellen lebt, zwischen den Rändern von Wissenschaft und Herz.“
(Anja nimmt das Mikrofon, ihre Stimme ist ruhig und zugleich mit einem Funken von Erleuchtung)
Anja:
„Ja, Emil hat recht. Als Wissenschaftlerin war es immer mein Ziel, die Grenzen der Medizin zu verschieben – aber nicht einmal in meinen wildesten Träumen hätte ich gedacht, dass ich durch Zahnmedizin und etwas so Alltägliches wie eine Prothese, zu einer Entdeckung von solcher Tragweite gelangen würde. Wir extrahierten nicht nur Zellen. Wir extrahierten Zukunft, Verbindung und die Idee, dass alles – wirklich alles – miteinander verbunden ist. Sogar Liebe, die ein mystisches, unsichtbares Molekül ist, hat einen Ursprung, den wir ergründen konnten.“
(Sie blickt auf das Publikum, dann zu Emil.)
„Aber das Wichtigste, was wir entdeckt haben, ist, dass Wissenschaft und Liebe zwei Seiten derselben Medaille sind. Es gibt keine Trennung zwischen den beiden – sie tanzen miteinander, fließen in unseren Adern, verbinden uns, manchmal in unerwarteten Momenten.“
(Sie hält inne und schaut Emil tief in die Augen.)
„Und der Moment, als wir zusammen herausfanden, dass wir aus einem Zahn ein neues Leben erschaffen konnten, war der Moment, als ich verstand, dass alles in der Welt darauf wartet, miteinander zu verschmelzen. Ob es nun Zellen, Atome, Menschen oder sogar Prothesen sind… jeder Teil von uns ist ein Funke des anderen.“
(Emil lächelt und fügt hinzu):
„Es war ein langer Weg bis hierher – aber auch der schönste. Ich kann mich keinen besseren Partner vorstellen, um das zu erleben, als Anja. Und… natürlich hätte ich niemals gedacht, dass unser erster gemeinsamer Moment nicht an einem romantischen Ort, sondern in einem Zahnarztstuhl beginnen würde… doch das Leben schreibt die besten Geschichten. Wir sind schöpferische Entdecker – wir haben im Unsichtbaren das Sichtbare gefunden.“
(Er hebt das Glas, das den Nobelpreis symbolisiert, und blickt mit einem Augenzwinkern zu Anja.)
„Auf das Leben, das durch Wissenschaft und Liebe geboren wurde – auf uns und die Zukunft, die jetzt in den Händen des Kosmos liegt.“
(Das Publikum klatscht, die Sprechstundenhilfe steht auf und nimmt ihr Taschentuch, die Kamera blitzt.)
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