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Gerti Staub – Baldrian-Chaos
Professor Schwarz liegt fiebernd auf seinem Schreibtischstuhl, die Stirn glänzt vor Schweiß. Die Dellen, die brennenden Bücher, das eingeweichte Brot – alles nagt an seinem Nervenkostüm.
Er ruft panisch:
„Hilfe! Arzt! Ich… ich kann nicht mehr!“
Dr. Klein, der Universitätsarzt, taucht auf, schaut die Szenerie an, schluckt einmal und sagt trocken:
„Professor, Sie brauchen Baldrian. Sofort. Beruhigen Sie sich, sonst fällt Ihnen noch die Uni auf den Kopf.“
Gerti Staub, die gerade ihre neue Putzkiste ausräumt, hört das und nickt weise:
„Baldrian, ja, Baldrian! Ich hol das sofort.“
Sie rennt los Richtung Apotheke – aber nach fünf Minuten kommt sie zurück, die Hände leer, das Gesicht glänzt vor Entschlossenheit:
„Äh… Apotheke hatte keins mehr… kein Tropfen, kein Pulver, nix! Aber keine Sorge! Ich hab Ersatz… Honig? Oder Kamille? Oder vielleicht ein bisschen Apfelmus?“
Professor Schwarz starrt sie an, weiß nicht, ob er weinen oder lachen soll.
„Gerti… das… das wird niemals wirken!“
Gerti winkt ab:
„Wirkung ist relativ, Herr Professor. Baldrian in Tropfen? Ha! Meine Spezialmischung wirkt garantiert auf Herz, Hirn und Dellen gleichzeitig!“
Dr. Klein schaut skeptisch, nimmt eine Schachtel Aspirin aus der Tasche, murmelt etwas von „medizinischer Verantwortung“, aber Gerti Staub hat längst begonnen, die Kamille-Honig-Apfel-Tropfen in ein Reagenzglas zu kippen, das aussieht, als hätte es gerade ein kleines Feuerwerk überlebt.
Und Professor Schwarz denkt nur:
„Ich wollte die Uni… leiten… aber jetzt… jetzt werde ich Baldrian mit Apfel-Honig-Katastrophen-Garantie serviert bekommen… von Gerti Staub.“
RIEFUNKE
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