Kapitel 5 · Lisel, Yoga und die 563 µg
Einsteins Seele schwebt über Lisel, schließt Augen, streckt unsichtbare Gliedmaßen, beginnt Atemübungen, die eher kosmische Kometenbahn als Yoga wirken. Inhale… Exhale… Herzflimmer… Leibprickeln…
Und dann passiert es: Die Waagschale von Lisel zeigt plötzlich 563 µg mehr als Hugo. Das Glaswasser flimmert, kleine Blitze tanzen über die Oberfläche.
„Was… was…?“, stammelt Hugo. „Das waren doch nur 12 mg – identisch!“
Gravitation, beleidigt wie eine alte Dame: „Jetzt reicht’s! Wer wagt es, meine persönliche Autorität durch Yoga zu stören?“
Professor Krämer ruft hastig den zweiten Professor: Prof. Dr. Sibylle Neugebauer, Spezialistin für „kosmische Gravitation und psychoaktive Mikrowaagen“. Sie stürzt ins Labor, Augen weit, Kittel weht, Haar leicht levitierend vom Schock:
„Was ist hier… 563 µg? Das ist… absurd!“
Lisel summt. Hugo knarrt. Einstein lächelt innerlich, Herzprall wie ein Mini-Urknall. Jede Atemübung zieht winzige Schwingungen durch das Wasser – als hätte das Universum selbst entschieden, eine Mikrogramm-Rebellion zu starten.
Gravitation, nun namentlich Frau G., wird persönlich:
„Ich habe Regeln! Ich habe Würde! Und jetzt… Yoga? Auf Lisels Waage? Ich… ich fühle mich verspottet!“
Professor Neugebauer greift nach einem Laser-Interferometer, während Professor Krämer verzweifelt versucht, Einsteins Seele zu messen. Das Labor schwankt zwischen Realität und Wasser-Mikrokosmos: jede Bewegung, jeder Atemzug, jede Mikrogrammabweichung ist jetzt politisch, emotional und kosmisch zugleich.
Einstein summt, Hugo quietscht, Lisel vibriert. Wasserproben tanzen, Gläser glühen leicht, und Einstein, am Rande, macht still weiter seine Yoga-Übungen: „Breathe… float… 563 µg… alles ist möglich.“
Und irgendwo zwischen Herzprall, Leibprickeln und Stimmhauch formt sich ein neues Gesetz:
Seelengewicht + Atem + Gravitation = Chaos, das wissenschaftlich unmöglich und kosmisch unverhandelbar ist.
RIEFUNKE
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