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Kühe im Grenzstress und die Kapriolen des Pastors
Es war ein Tag, an dem alles schiefzugehen schien, als sich die Kühe aufmachten, die Schweiz zu erreichen. Sie waren nicht nur auf einem Exodus, sondern auch auf einer wilden Flucht vor der Vollmilchsteuer, die der Pfarer und das Bürgeramt zu spät entdeckt hatten. Die Kühe, mit ihrer geheimen Mission im Herzen, wollten eigentlich nur die Grenze passieren – doch dort wartete eine andere Herausforderung: die Einfuhrsteuer.
Die Grenze zur Schweiz stand da, als würde sie ein Problem aus der Zukunft darstellen. „Zollgebühren für Kühe?“ murmelte ein mutiger Bulle, der an der Spitze des Zuges stolz wie ein General durch die Felder stampfte. Aber es gab kein Zurück – die Kühe hatten ihren Weg längst gewählt, und ihre Hufe hatten die Richtung gewechselt, als die Schweiz plötzlich in Sicht kam.
„Was sollen wir tun?“ rief eine kuhnahe Diplomatin, während die Kühe in einer langen Schlange vor dem Zollhäuschen standen und darauf warteten, mit einer Steuermarke für Kühe versehen zu werden.
Aber die Lösung war zu einfach – als das Problem sich anbahnte, versammelten sich alle Kinder in der Kirche, auf der Suche nach einem Wunder. „Einstien, hilf uns!“ riefen sie, ihre kleinen Hände zur Decke ausgestreckt, als sie sich in einer Linie vor dem Altar versammelten.
„Einstien, die Kühe sind verloren!“ flüsterten sie im Chor. „Die Gebetsbücher sind verklebt, die Kühe verlaufen sich, der Pfarer hat die Kontrolle verloren!“
Das war der Moment, als der Pastor von der Klebrigkeit der Gebetsbücher befreit wurde – doch mit einem dramatischen Rutsch. Er fiel direkt von der Kanzel, als ob die Schwerkraft ihm in einem persönlichen Racheakt nachgetreten wäre, und landete mit einem lauten Plopp auf seiner Nase.
Die Kinder starrten in schockiertem Entsetzen. Der Pastor lag dort, den Kopf in Milchpfützen und Zellstoffresten der verklemmten Gebetsbücher. „Das ist kein gutes Zeichen, Kinder“, sagte ein kleines Mädchen mit einer Brille, die plötzlich eine Pipette voller Milch aus ihrer Tasche zog. „Vielleicht müssen wir noch tiefer beten.“
„Oder wir müssen tanzen!“ rief ein anderes Kind, das mit magischen Besen auf die verklemmte Kanzel zeigte. „Die Kühe können uns nicht aufhalten!“
Und so begann der große Tanz der Kinder. Die Glocken der Kirche begannen, wild zu bimmeln, als die Kinder in einem kreisenden Tanz um den Pastor sprangen, der nun wie ein Schwefelkopf auf dem Boden lag, sein Gesicht rot und von den unseriösen Gebeten der letzten Minuten völlig entgleist.
Plötzlich war der Himmel voll von verwirrten Kühen, die die Grenze zur Schweiz wieder verließen – sie hatten die Zollgebühren umgangen, indem sie den kosmischen Tanz der Kinder als „geistigen Transportweg“ anerkannten.
„Eure Kühe haben es geschafft!“ sagte der Pfarer, der inzwischen wieder auf den Beinen war – aber auch mit einer auffälligen Milchbrille und einem blinden Blick für die Logik.
Ein goldenes Licht flimmerte in die Kirche, und das ganze Dorf konnte plötzlich die Kühe hören, die in der Ferne Lieder von Freiheit und Käse sangen. Inzwischen hatten die Kühe sich ein ganz eigenes Freiheitsgefühl erarbeitet – sie waren freie Wesen, die die Grenzen nicht mehr akzeptierten.
„Nun, Kinder, wir haben etwas erreicht.“ sagte der Pfarer, immer noch leicht taumelnd, während die Kühe durch die Schweiz zu neuen Weiden marschierten, begleitet von einem Rhythmus aus Hufen und Kinderlachen.
Und da, auf den Straßen von Freiburg, tanzten die Kinder weiter, als die Pastoren-Glocken von der Milch der Freiheit genährt wurden, die in Zebrastreifen über den Asphalt floss.
„Vielleicht war es nie die Steuer, die uns im Weg stand, sondern der Tanz der Kühe und das Gebet der Kinder“, flüsterte ein kleines Mädchen, das an der Kirchenwand auf einer Bank saß und eine milchige Feder in den Händen hielt.
Und irgendwo, in der fernen Schweiz, hörte ein Schweizer Kuhglocken-Tanz den Klang der Freiheit.
RIEFUNKE
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