Kapitel 10: Ratten, Rührei und Revolte
Die Sonne kroch müde hinter den Dächern hervor, während Egbert von Dotterhausen, Bürgermeister-Ei, noch immer würdevoll auf seinem Podest thronte. Überall glitzerten Sektbläschen, flogen Pfannen und wirbelte Petersilie durch die Luft. Die Stadt hatte sich in ein taumelndes Omelett-Karneval verwandelt.
Doch plötzlich – ein unheilvolles Rascheln. Aus den Stadtgullis schauten Hunderte von Ratten hervor, ihre Augen glänzten wie winzige Sektkorken im Licht der aufgehenden Sonne.
Die Ratten kicherten. Oder vielleicht war es ein Kichern, das nur für andere Ratten verständlich war.
„Was… was machen die da?“ stammelte ein Bürger, während eine besonders mutige Ratte ihre Pfote auf eine fliegende Pfanne legte.
Die Ratten sprangen aus den Gullis, bildeten Reihen, veranstalteten eigene Parade. Sie trugen Mini-Sektflaschen auf dem Rücken, schwangen Petersilienstängel wie Banner und schrien:
„Wir wollen Rührei! Wir wollen Sekt! Wir wollen Macht über die Gullis!“
Die Bürger gerieten in Panik. Teller flogen durch die Luft, Kinder rutschten von Omelett-Pools in Schalen voller Sekt, und Pastors Kutsche wankte gefährlich auf dem Kopfsteinpflaster.
Egbert von Dotterhausen, unerschütterlich wie ein Ei im Sturm, rollte majestätisch vor:
„Beruhigt euch! Wir teilen die Petersilie! Wir teilen das Rührei! Aber… nein, die Gullis bleiben unbesetzt!“
Doch die Ratten hörten nicht. Sie hatten sich in improvisierte Gouvernanten-Kappen geworfen, sangen Sektlieder und planten offenbar eine Revolte:
Die Presse dokumentierte alles. Kameras wackelten, Drohnen wurden von Ratten umkreist, Live-Ticker meldeten:
#RattenRühreiRebellion
#SektImGulli
#BürgermeisterEiImSchockzustand
Kinder schrien begeistert, Erwachsene schrien panisch, Pastor Flöckchen prostete den Ratten zu, um ein Bündnis zu sichern, und die Zebras… oh, die Zebras rollten langsam in Formation, als wollten sie vermitteln.
Die Gullis bebten. Hunderte von Ratten trommelten auf Untergründen, die Pfannen klirrten, Sekt spritzte wie Wasserfontänen, und Petersilie wirbelte wie Konfetti.
Egbert, Bürgermeister-Ei, hob die Stimme, die nun die ganze Stadt übertönte:
„Liebe Bürger, liebe Ratten, liebe Zebras – wir sind eins im Chaos! Das Rührei ist für alle! Die Petersilie ist ungeteilt! Und der Sekt – der Sekt gehört… allen, die tanzen!“
Ein kollektives Aufheulen folgte. Ratten sprangen auf Zebras, Zebras wieherten im Takt, Bürger tanzten auf Tischen, und Pastors Kutsche drehte Loopings über den Köpfen.
Die Gullis… gaben nach. Nicht mit Gewalt, sondern mit Stil. Sektfontänen schossen in den Himmel, Ratten formten Flügel aus Petersilie, und die Stadt taumelte in das größte, fliegende Omelett-Festival aller Zeiten.
Und irgendwo, zwischen fliegenden Eiern, tanzenden Zebras, Sektfontänen und Gullis voller Ratten, rollte Egbert zufrieden: majestätisch, glänzend, unerschütterlich – Herrscher über Chaos, Eier, Sekt, Petersilie… und nun auch über die Rattenrevolution.
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