Gerti Staub – Die digitale Katastrophe: Gerti entdeckt das WLAN
Auf dem Campus der Universität Graz war es ungewöhnlich still.
Kein Feuer.
Kein Funkenflug.
Kein Brot.
Nur… Internet.
Und genau das sollte sich als gefährlich erweisen.
„Was ist dieses WLAN eigentlich?“
Gerti stand in der Bibliothek und beobachtete Studierende, die scheinbar unsichtbare Dinge benutzten.
„Du musst dich ins WLAN einloggen“, erklärte ihr eine Studentin geduldig.
„Ins… was?“
„Na, ins Drahtlosnetzwerk.“
Gertis Augen weiteten sich.
„Drahtlos? Also ohne Kabel? Das klingt unsicher.“
Der Router-Raum
Neugier ist eine mächtige Kraft.
Wenig später stand Gerti vor einem kleinen Technikraum. Darin blinkten Router und Server wie eine Weihnachtsdekoration für Informatiker.
„Aha“, murmelte sie. „Das ist also das WLAN. Diese blinkenden Kästchen.“
Ein Zettel hing an der Wand:
Nicht ausschalten.
Gerti nickte ernst.
„Bestimmt verstaubt.“
Sie griff zum Reinigungstuch.
Der große Knopf
Ein Kabel war leicht locker.
Ein Stecker minimal schief.
Ein Hauptschalter… überraschend zugänglich.
„Ordnung muss sein“, flüsterte Gerti.
Klick.
Digitale Apokalypse
Auf dem gesamten Campus in Graz geschah gleichzeitig Folgendes:
-
Bildschirme froren ein.
-
Videokonferenzen endeten mitten im Satz.
-
73 Seminararbeiten verschwanden im digitalen Nirwana.
-
Ein Informatikstudent schrie: „NEEEIIIIN!“
In der Mensa hörte man nur noch das Klappern realer Bestecke.
Professor Schwarz reagiert
Professor Max Schwarz starrte auf seinen Laptop.
„Verbindung getrennt.“
Er stand langsam auf.
„Nein.“
Er ging schnellen Schrittes Richtung Serverraum.
Konfrontation im Technikraum
Gerti stand zufrieden vor blitzblank polierten Geräten.
„Jetzt leuchten sie viel schöner.“
„Was“, sagte Professor Schwarz sehr ruhig,
„haben Sie. getan.“
„Ich habe Ordnung geschaffen. Alles einmal neu gestartet.“
Er wurde blass.
„Das war der zentrale Router.“
„Router? Ich dachte, das ist ein besonders wichtiges Staubfach.“
Die Folgen
Techniker rannten.
Server wurden neu gestartet.
Studierende hielten Trauerreden für verlorene Dateien.
Ein Informatik-Professor murmelte:
„Das war kein Neustart. Das war eine digitale Eiszeit.“
Gertis Erklärung
„Wissen Sie“, begann Gerti vorsichtig,
„manchmal braucht auch das Internet eine Pause. So wie Menschen.“
Professor Schwarz sah sie an.
„Das Internet macht keine Kaffeepause.“
„Jetzt schon.“
Wieder online
Nach einer Stunde flackerte das WLAN wieder auf.
Ein kollektives Aufatmen ging durch die Universität.
Handys pingten.
Clouds synchronisierten sich.
Die Welt drehte sich weiter.
Professor Schwarz verschränkte die Arme.
„Gerti. WLAN bedeutet: nicht berühren.“
Sie nickte.
„Verstanden. Beim nächsten Mal frage ich erst.“
Er sah sie prüfend an.
„Es gibt kein nächstes Mal.“
Im Hintergrund blinkte ein Router ominös.
Epilog
Am Abend saß Gerti mit einem alten Laptop im Pausenraum.
„Passwort?“ murmelte sie.
Sie tippte:
Brot123
Zugriff verweigert.
Sie lächelte.
„Na gut, WLAN. Wir zwei lernen uns langsam kennen.“
Irgendwo im Serverraum summte ein Gerät leicht nervös.
RIEFUNKE
|