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„Die Quanten-Flugschule der Phantasmagorischen Enten“
Ein Flugzeug aus purem Schall brach durch den Himmel – oder war es der Himmel, der selbst zu fliegen begann? Der Pilotenstuhl, aus geflochtenen Wellen und Quantenfluktuationen, schwebte auf einer Wolke, die in allen Farben des Regenbogens pulsierte, aber niemand konnte wirklich sagen, ob es eine Wolke war oder nur der Gedanke an Wolken. Der Flugkapitän war ein singender Pinguin mit Brille, und die Passagiere? Nun, es waren Enten, und sie waren alles, was nicht fliegen wollte, aber dennoch wusste, dass der Flug unausweichlich war.
„Setzt euch!“, quakte der Pinguin, „wir steuern geradewegs in den Raum zwischen den Gedanken!“
Die Enten flatterten mit ihren Flügeln, obwohl es eigentlich gar keine Luft gab. Sie flogen durch den Raum der Zeit, der mittlerweile eine gemusterte Tapete war, die nach dem Vorbild eines interdimensionalen Schachbretts entworfen worden war – und doch war sie nur ein Teil des Kuchens aus Unmöglichkeit, den alle, die mit der Schwingung von Quantenfeld und Entenenergie vertraut waren, als „möglich“ bezeichneten.
„Wartet!“, quakte eine der Enten, die plötzlich merkte, dass sie einen Hut trug, obwohl sie eigentlich keine Hüte mochte. „Was passiert hier?“
Der Pinguin-Pilot schaltete das Licht aus und nahm einen Schluck aus seiner Tasse, die keine Tasse war, sondern ein Fragment der Unendlichkeit, das als Kaffee getarnt wurde. „Das hier“, sagte er, „ist die Quanten-Flugschule der phantasmagorischen Enten. Keine Zeit, keine Schwere, kein Enten-Ego. Nur Flug.“
„Und wir fliegen auf was?“ fragte die Ente, deren Flügel mittlerweile in tanzenden Lichtern zerflossen, die nicht in Form existierten, aber dennoch flogen.
„Wir fliegen auf dem Konzept von Nichts“, antwortete der Pinguin, der nun als Zeitreise-Händler auf einem fahrenden Stern wirkte, der durch das Universum der „Nicht-Enten-Wirklichkeit“ schipperte.
Die Enten begannen zu singen, weil die Zeit tatsächlich keine Bedeutung mehr hatte. Es war eine Mischung aus uralten Jazz-Skalen und Vogelgezwitscher, aber es war kein Vogelgezwitscher, sondern die pure Energie der unendlichen Schwingung des Seins. Die Noten entglitten den Enten und formten sich zu Galaxien, die wie Blasen in einem heißen Mineralwasser aufstiegen und dann wieder zerplatzten – und als sie explodierten, war das Geräusch nicht „Krach“, sondern „Schwingen“.
„Jede Quantenfluktuation ist ein Gedanke, der eine Ente aus einer Kartoffel hervortreten lässt“, murmelte der Pinguin und fuhr dann fort: „Es ist die Wahrheit. Die Kartoffeln fliegen. Du weißt nur nicht, dass du eine Kartoffel bist, die auf einer Entenwelle reitet.“
„Wir reiten auf was?!“ fragte eine Ente, deren Flügel jetzt in Form eines schwebenden Zuckersirups verdampften.
„Auf dem Konzept der Endlosschleife, mein lieber Entenfreund“, sagte der Pinguin, der nun ein leicht hypnotischer, mystischer Jazz-Vogel war. „Wo ist das Ende? Niemand weiß es. Wir fliegen weiter und weiter, und das Einzige, was zählt, ist das Zischen der Flügel in der Quantenstratosphäre.“
Die Enten begannen, auf den flimmernden und zerfallenden Wellen von Zeit und Raum zu tanzen, als plötzlich eine riesige, durchsichtige Birne durch den Raum flog – so groß wie ein Universum, aber mit der Schale eines Witzes.
„Die Birne“, sagte der Pinguin, „ist der Wegweiser zu einem Paralleluniversum, in dem alles flach und transparent ist. Du musst hineinbeißen, um das Geheimnis des Universums zu entschlüsseln.“
„Aber…“ begann eine Ente, „aber wir können nicht in die Birne beißen, wenn sie nicht existiert!“
„Weil du die Existenz selbst bist, mein Freund“, antwortete der Pinguin mit einem geheimen Lächeln. „Du existierst in der Birne, die gleichzeitig sowohl die Zeit als auch den Raum dehnt und staucht, als ob du in einem sehr heißen Waschbecken steckst. Aber du bist die Seife und das Wasser und das Waschbecken.“
„Und was passiert dann?“, fragte eine andere Ente, die mittlerweile den Blick von Quantenphysik und Unendlichkeit völlig verloren hatte, aber trotzdem wie ein Strudel von leuchtenden Farben durch das Universum schwamm.
„Was passiert dann?“, wiederholte der Pinguin. „Wir fliegen weiter, bis wir ankommen. Aber wo? Wer weiß das schon? Wahrscheinlich landen wir in einer anderen Dimension, in der niemand mehr mit einer Tastatur schreibt und alles, was existiert, auf Wolken geschrieben wird. Wolken, die durch Regenschirm-Skydiver abgerufen werden.“
„Und dann?“, fragte die Ente.
„Dann“, sagte der Pinguin mit einem letzten Blick, „werden wir verstehen, dass wir nie geflogen sind, dass wir nie Enten waren, sondern nur das Echo eines Witzes, der niemals endet.“
Und als das Flugzeug aus reiner Energie in die Unendlichkeit schwebte, begannen die Enten zu singen – nicht in ihrer eigenen Sprache, sondern in einer Sprache, die so abstrakt war, dass sie weder Worte noch Töne besaß, sondern nur Schwingungen.
Und überall, in allen Ecken der Zeit und der Raumleere, leuchteten die Birnen. Und alle, die da waren, flogen, tanzten, existierten und wussten nicht, warum.
Doch eine Sache blieb klar: Es war alles ein Witz. Aber ein Witz ohne Pointe.
RIEFUNKE
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