Gerti Staub – Die Universität erklärt sie offiziell zum Naturphänomen
Nach dem WLAN-Zusammenbruch.
Nach der Brot-Karosserie.
Nach der leicht angekohlten Bibliothek.
Und nach dem beinahe gelöschten Professor.
War es soweit.
Im großen Sitzungssaal der Universität Graz versammelte sich der Senat.
Tagesordnungspunkt 7:
„Umgang mit dem Phänomen Gerti Staub.“
Die Analyse
Professor Max Schwarz stand vorne.
„Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen… wir haben es hier nicht mit gewöhnlicher Unachtsamkeit zu tun.“
Eine Präsentation erschien:
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Mensa: elektrische Entladung
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Parkplatz: kohlenhydratbasierte Karosseriereparatur
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Bibliothek: thermodynamische Demonstration
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KI-Labor: existenzielle Systemkrise
„Statistisch“, fuhr er fort, „tritt ein solches Ereignismuster nur bei Naturgewalten auf.“
Ein Physiker hob die Hand.
„Meinen Sie… wie ein Sturm?“
„Nein“, sagte Schwarz trocken.
„Eher wie ein lokal begrenztes Universum.“
Der Beschluss
Nach intensiver Diskussion wurde abgestimmt.
Einstimmig.
Beschluss:
Gerti Staub wird als eigenständiges Naturphänomen eingestuft.
Offizielle Bezeichnung:
Gertische Fluktuation
Definition im Protokoll:
„Spontane, energiegeladene Ereigniskette mit kreativem Ausgang und infrastrukturellen Nebenwirkungen.“
Die Ehrung
Im Innenhof in Graz wurde eine kleine Zeremonie abgehalten.
Gerti stand vorne.
Mit Besen.
Und leichtem Funkeln in den Haaren (niemand wusste warum).
Der Rektor sprach:
„Frau Staub, Ihre Wirkung auf unsere Universität ist… nicht messbar.“
„Danke?“, sagte Gerti vorsichtig.
„Wir haben beschlossen, Sie nicht länger aufzuhalten.“
„Auch gut.“
„Stattdessen richten wir ein neues Forschungsfeld ein:
Angewandte Gertidynamik.“
Applaus.
Ein Student rief:
„Gerti for Nobelpreis!“
Die wissenschaftliche Konsequenz
Ein neues Wahlfach erschien im Vorlesungsverzeichnis:
Naturphänomene des Alltags – Fallstudie: G. Staub
Professor Schwarz seufzte, während er die erste Vorlesung hielt.
„Beobachten Sie: Wenn Gerti einen Raum betritt, steigt die Wahrscheinlichkeit für unvorhersehbare Ereignisse exponentiell.“
Im selben Moment fiel im Hintergrund ein Beamer von der Decke.
Alle schrieben eifrig mit.
Gertis Reaktion
„Also bin ich jetzt offiziell… Natur?“ fragte sie stolz.
„Ja“, sagte Schwarz müde.
„Unkontrollierbar, aber faszinierend.“
Gerti nickte zufrieden.
„Dann brauche ich wohl keinen Putzplan mehr. Natur folgt keinem Plan.“
Schwarz wurde blass.
Epilog
Seit diesem Tag hängen Warnschilder auf dem Campus:
⚠ Achtung: Gertische Fluktuation möglich.
Und irgendwo zwischen Mensa, Bibliothek und Serverraum flüstern Studierende ehrfürchtig:
„Hast du gehört?
Sie hat heute nur gefegt.
Und nichts ist explodiert.“
Manche behaupten, das sei das eigentliche Wunder.
RIFUNKE
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