Kapitel 5: Die Rebellion der Uhr und der fliegenden Schuhe
Die Uhr auf dem Dach hatte genug. „Immer nur rückwärts! Immer nur sprunghaft!“ murmelte sie und beschloss, die Kontrolle zu übernehmen. Sekunden explodierten wie Konfettikanonen, Minuten tanzten Salsa durch die Straßen, und die Stunden – die Stunden flogen einfach davon und versteckten sich in Parkbänken.
Unter ihr regten sich die Schuhe. Jeder verlorene Schuh der Stadt hatte sich zusammengetan. Sie sprangen, rollten und flogen durch die Luft, bildeten Formationstanzgruppen, wie eine Truppe mikroskopischer Balletttänzer. Ein Paar trug eine winzige Flagge mit der Aufschrift: „Wir laufen nicht länger!“
Die Katze, die Knoten in Gedanken spinnt, war empört:
„Ihr denkt, ihr könnt Chaos machen? Ich spinn’ gleich neue Geschichten in eure Schnurrhaare, die euch selbst verrückt machen!“
Die Schuhe lachten. Die Uhr sprang drei Stunden nach vorn, dann wieder zurück. Zeit war nun optional.
Kapitel 6: Der Regen der flüsternden Gedanken
Der Gedankenschauer nahm zu. Jetzt fiel er in Schichten:
-
Eine Ebene enthielt alte Entwürfe für ungeschriebene Romane.
-
Eine andere Ebene regte plötzlich die Straßenlaternen an, sich rhythmisch zu biegen wie Tänzer.
-
Eine dritte Ebene ließ die Menschen plötzlich in der Luft schweben, wenn sie sich an ein besonders schönes Geräusch erinnerten.
Die Kinder, die Tropfen tranken, begannen, die fliegenden Schuhe zu dirigieren, als wären sie ein Orchester aus verlorenen Dingen.
Die Katze kletterte auf eine Laterne und rief:
„Wenn ihr glaubt, ihr könnt mich überlisten… seht mal, wer die Geschichte schreibt!“
Die Uhr antwortete nur mit einem Sprung: „Nicht ich. DU.“
Kapitel 7: Finale Eskalation
Die Straßenlaternen schlossen sich zu einem Ring, tanzten um die Uhr, die fliegenden Schuhe bildeten eine Spirale darüber, und die Katze wirbelte in Knoten durch die Luft.
Die Bürger bemerkten, dass sie plötzlich eigene Gedanken sehen konnten – als winzige Lichtpunkte, die um ihre Köpfe schwebten und ihnen kleine Anweisungen zuflüsterten:
„Spring über die Pfütze, als wäre sie Lava.“
„Streichele den Schuh. Er hat Gefühle.“
„Lache, auch wenn niemand zusieht.“
Ein Bus schwebte vorbei, angetrieben von den kollektiven Gedanken der Menschen, mit einem Zebra am Steuer. Niemand fragte. Alles war erlaubt. Alles war möglich.
Die Uhr, die nun beschlossen hatte, eigenständig Geschichten zu schreiben, schrieb den letzten Satz, während sie rückwärts und vorwärts gleichzeitig tickte:
„Und so wurde die Stadt zum lebendigen Traum, wo Schuhe fliegen, Katzen regieren, und Zeit nur ein verspäteter Gast ist.“
Die Katze miaute, die Schuhe jubelten, und irgendwo, über allem, flackerte ein Licht – nicht hell, nicht dunkel, nur die Essenz des absurden Glücks.
RIEFUNKE
|