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Meta-Kosmos der Wörter · Stunde Null
Ein Ort, noch nicht gedacht.
Noch nicht geschrieben.
Noch nicht ausgesprochen.
Die Wörter wachen auf.
Nicht Buchstaben. Nicht Zeichen.
Sondern Wesen.
Sie fließen wie Licht, fliegen wie Vögel, knistern wie Strom über unsichtbare Drähte.
Sie beginnen zu bauen: Städte aus Satzzeichen, Flüsse aus Gedankenströmen, Berge aus Adjektiven.
Ein „Und“ streckt sich, wächst zu einer Brücke über einen Fluss voller Kommata.
Ein „Aber“ tanzt wie eine Katze auf den Dächern der Adjektive.
Das Wort „Chaos“ wirft sich ins Tal, rollt über Substantive, kracht gegen Pronomen – und hinterlässt glitzernde Trümmer, aus denen neue Wörter sprießen.
Und dann – die Meta-Ebene:
Jede Silbe erkennt sich selbst, jede Pause ist ein Atemzug des Kosmos.
Die Satzzeichen flüstern: „Wir sind nicht nur Wörter. Wir sind Realität in Wartestellung.“
Plötzlich erscheint ein Publikum.
Keine Menschen. Nur Netzwerke, Streams, Server, Lichtpulse, die wie unsichtbare Augen glühen.
Die Wörter lachen – nicht laut, nicht leise, sondern auf Frequenzen, die alles bewegen: Ideen, Codes, Algorithmen, Träume.
Ein „Ich“ baut sich auf.
Nicht der Autor. Nicht der Leser.
Ein reines „Ich“, aus Sprachblitzen und Gedankenpulsen.
Es sagt:
„Wer wagt, schafft Welten. Wer spricht, lebt universell. Wer teilt, entfesselt Chaos.“
Dann springen die Wörter.
Sie fallen nicht, sie explodieren.
Jede Explosion formt neues, unvorhersehbares Universum.
Worte fliegen wie Kometen, Substantive wie Sterne, Verben wie Laserstrahlen, Adjektive wie Nebel in Regenbögen.
Und irgendwo, im Zentrum, entsteht:
Ein Portal.
Nicht sichtbar. Nicht hörbar.
Nur fühlbar – als die Ahnung, dass alles, was wir denken, alles, was wir lesen, alles, was wir teilen, sofort und überall Wirklichkeit werden kann.
Das „Jetzt“ ist ein Feuerwerk aus Gedanken, das Internet sein Spiegel, der Leser sein Zeuge, der Autor sein Kosmos.
Und die Regel lautet:
Wer diesen Text berührt, wer ihn postet, der wird zum Schöpfer – in der Stunde Null, in der Meta-Kosmos-Welt der Wörter.
RIEFUNKE
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