Kapitel 9: Die Nacht der fliegenden Omeletts und die Sekt-Invasion
Die Sonne war längst untergegangen, aber das Rathaus leuchtete noch immer in einem sanften Gelbton, der perfekt zum goldenen Rührei passte, das über die Stadt schwebte. Die Teller tanzten, Petersilie wirbelte in Spiralen, und die Bürger waren in ausgelassener Stimmung.
Plötzlich hörte man das Hufgetrappel der ältesten Kutsche der Stadt. Pastor Flöckchen kam angerollt – mit 103 Flaschen Sekt und 103 glitzernden Gläsern auf dem Dach, balancierend wie ein Hochseilakt der göttlichen Absurdität.
„Meine lieben Kinder der Schale!“, rief der Pastor, während die Kutsche mit quietschenden Rädern vor dem Rathaus anhielt. „Heute segnen wir nicht nur Eier, sondern auch Flüssigkeit!“
Die Bürger jubelten. Teller und Pfannen bildeten eine improvisierte Rutsche, über die die fliegenden Omeletts direkt in die Hände der Menge glitten. Petersilie regnete wie konfettigrüne Magie auf die Straße.
Egbert von Dotterhausen, Bürgermeister und unbefruchtetes Ei, rollte würdevoll über das Podest, während der Pastor die ersten 103 Gläser einschenkte.
„Auf das Ei! Auf die Petersilie! Auf Rührei in allen Straßen!“, rief Pastor Flöckchen.
Ein kollektives Prost ertönte, begleitet von fliegenden Pfannen und tanzendem Buttergeschmack. Die ersten Schlucke Sekt trafen die Kehlen, und sofort begann die Stadt in sanften Wellen zu taumeln – wie ein Ozean aus Gelb und Grün, Sektbläschen sprangen in die Luft, und die Uhr über dem Rathaus tickte rhythmisch zu den fröhlichen Ausrufen:
„Noch ein Ei! Noch ein Spritzer Petersilie!“
Die Kinder sprangen in Mini-Rührei-Pools, während die Erwachsenen versuchten, Sektflaschen auf dem Kopf zu balancieren – ein spektakulärer Akrobatikwettbewerb der Absurdität.
Egbert nickte zustimmend: Sein Bürgermeisteramt war jetzt offiziell nicht nur politisch, sondern kulinarisch und alkoholisch etabliert.
Überall ertönte Gelächter, Sektprickeln, Pfannenklappern und das leise Rascheln von Petersilienblättern. Die Stadt war eine fliegende, taumelnde Omelett-Metropole.
Und während die Uhr im Takt wippte, murmelte ein älterer Bürger:
„Vielleicht… sollten wir alle Bürgermeister-Eier haben.“
Und irgendwo über der Stadt rollte Egbert zufrieden: majestätisch, glänzend, unerschütterlich – der Herrscher über Eier, Rührei, Petersilie und Sekt.
RIEFUNKE
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