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Einsteins Regenbogen-Renaissance
Es war an einem dieser Tage, an denen die Zeit einen kleinen Moment inne hielt, um zu schnuppern. Der Regenbogen spannte sich über Freiburg wie ein unsichtbares Gemälde, das nur von den Kindern gesehen werden konnte. Und genau dort, auf dem höchsten Punkt des Regenbogens, saß er – Albert Einstein, der in seiner ganz eigenen Art und Weise, die Welt verstehen wollte.
„Ich will wiedergeboren werden“, murmelte er, während er mit den Fingern durch das Licht tanzte, das sich in den Tropfen des Regenbogens brach. „Aber ich will nicht einfach als... als…“ er überlegte kurz, „… als Erklärer von Relativität! Ich will als Kind wiederkommen. Als der Regenbogen, der die Frage stellt: 'Warum?'“
Mit einem leisen Lächeln öffnete Einstein seine Taschen und zog eine Packung Vollmilchpulver hervor. „Der Keks der Unendlichkeit“, flüsterte er, „jetzt kommt alles, was wir kennen und verstehen, in der Form von Bonbons!“
Er öffnete die Packung, und während er den Regenbogen entlang schritt, rieselte das Vollmilchpulver in sanften, leuchtenden Bögen über die Stadt. In einem magischen Moment verwandelten sich die Kristalle in schimmernde Bonbons, die sanft auf den Marktplatz von Freiburg fielen, sich in der Luft verteilten und in den Taschen der Kinder landeten.
Der Pastor, der aus seinem Fenster sah, bemerkte das alles. „Was ist das für ein seltsames Schauspiel?“, fragte er sich, als er das wunderliche Schauspiel von Bonbons und Milchpulver, das wie Sterne durch die Luft wirbelte, betrachtete.
Er schlich sich in den Regen, hob einen Bonbon auf und hielt ihn an sein Ohr. „Zieht die Zeit sich etwa um, um die Wahrheit zu hören?“, murmelte er, als er das Bonbon in den Mund nahm. Plötzlich hörte er eine sanfte Stimme, die ihm sagte: „Es gibt keine Regeln, nur die Melodie des Jetzt.“
Der Pastor setzte sich nieder, der Regenbogen vor ihm wie eine mystische Brücke. „Wenn ich also den richtigen Bonbon finde, könnte ich vielleicht auch wiedergeboren werden?“
Doch bevor er noch weiter grübeln konnte, landeten die letzten Bonbons – glänzend und warm – direkt auf seinem Schultertuch. Und in diesem Moment passierte es: Der Pastor begann zu lachen, nicht laut, sondern leise und tief, als ob er sich an eine Erinnerung erinnerte, die er längst vergessen hatte.
Einstein, der den Regenbogen entlang zurück in den Himmel schwebte, winkte fröhlich. „Der Anfang und das Ende sind überall, wenn du bereit bist, sie zu sehen“, rief er, als er in einem Wirbel aus Licht und Milchpulver verschwand. „Und vielleicht werden wir alle irgendwann verstehen, dass die Frage nicht in den Antworten liegt – sondern in den Bonbons!“
Auf dem Marktplatz von Freiburg liefen nun die Kinder, ihre Taschen voller Leckereien. „Einstein ist zurück“, flüsterte eines von ihnen, „und er hat uns die ganze Welt auf einem Bonbon serviert.“
Und der Pastor? Der wusste plötzlich: Es gibt Dinge, die man nicht erklären kann. Aber es gibt sie, und sie existieren – in der Form von Bonbons, die in den Regenbögen leben und in den Herzen der Kinder tanzen.
RIEFUNKE
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