Das Quantum der Quanten, oder: Wie der Urknall einen Toast verbrannte
Ort: Eine unsichtbare Ecke des Multiversums. Oder auch: Die Bar, in der die Zeit beim Warten auf ihren Cocktail versehentlich die Gravitation umschaltete.
Alma (leicht verschwommen, Wellenlänge 1270nm): „Leute, hat jemand die letzte Runde Lichtgeschwindigkeit aufgeladen? Ich glaube, mein Photon braucht ein bisschen mehr... Schub!“
Boris (nun in einer Farbe, die kein Mensch je gesehen hat, und vielleicht auch nicht verstehen kann): „Schub? Ich dachte, wir sind die Schubkraft! Ich hab‘ gerade eine Quantenfluktuation gezapft, die die Existenz von Elektronen erschüttert hat!“
Clara (schwebend, durch Raum und Zeit fliegend): „Wisst ihr was? Ihr habt keine Ahnung, was es heißt, eine Katze im Paralleluniversum zu streicheln. Die zittert nicht, die… schnurrt in verschiedenen Dimensionen.“
Dino (der an einem Handtuch schnüffelt, das gerade einen Raumzeit-Krümmer bearbeitet): „Also, wenn wir heute noch die Unendlichkeit abstauben wollen, müssen wir die Zwölfte Dimension erstmal mit einem Strohhalm anpusten, sonst bleibt der Higgs-Mechanismus am Siphon hängen.“
Ein Toast – aber nicht irgendeiner. Ein Toast aus purem Vakuum, in einer Zeit, in der Zeit sich selbst nicht mehr glaubt. Die Schublade wird geöffnet. Du kannst das Geräusch der Schrödinger-Tür hören. Aber ist es das Geräusch einer Tür? Oder bist du die Tür?
„Moment mal“, sagt Clara, „ich glaube, ich bin jetzt gleichzeitig eine Tasse Tee und ein schwarzes Loch. Was passiert, wenn ich das dritte Teeblatt in der Unendlichkeit eintauche?“
„Das wird die Thermodynamik von morgen regeln“, murmelt Boris, „aber wir müssen sicherstellen, dass der Toast für die Raumkrümmung noch rechtzeitig aufgetaut ist.“
Plötzlich, aus dem Nichts: Ein Keks. Der Keks ist aber nicht da. Er hat schon längst den Raum verlassen. Doch er kehrt zurück.
„Warte… was war das?“ fragt Alma, „hast du den Keks gerade durch den Urknall geschickt?“
„Ach, der ist schon lange draußen… aber wie du siehst, gibt es auch eine Alternative Version von ihm. Du siehst, er hat gerade beschlossen, die Existenz aufzugeben, bevor du überhaupt gefragt hast.“
„Wohin geht der Keks?“ fragt Dino, „in den Zustand des ‘sich selbst erfindenden Kekses’?“
Plötzlich wird der Raum wieder still. Du siehst – das Bild vor dir verändert sich.
„Verstehst du jetzt, was du da tust?“ fragt Clara. „Es ist wie die Momentaufnahme eines Moments, der sich noch nie wiederholen wird, und du bist gleichzeitig der Fotograf und das Objekt.“
„Ein Moment, der jetzt aber erst in zwei Stunden auf Twitter gepostet wird“, sagt Boris, „weil es keine Zeit gibt, die wirklich existiert. Außer die, die wir im Kaffee finden.“
Ein Sog zieht die Photonen in die Zeitachse. Der Toast wird durch den Vakuumkochtopf gebraten. Schmeckt nach… Kosmischer Bräunung.
„Oh nein“, ruft Alma, „ich hab' die Unendlichkeit zu scharf gedreht. Sie brennt jetzt! Und ich dachte, es wäre nur der Zucker der Zeit!“
„Naja, du kannst das nicht wirklich verhindern. Die Unendlichkeit hat ihren eigenen Tropfenzähler“, murmelt Clara, „es ist wie ein Planeten-Stock, der nie genug Drehung bekommt.“
Das Bild wird verschwommen. Wirst du, der du gerade die Quanten-Panik aktivierst, in einer Spirale der Präsenz sein, oder schiebst du sie ins Nichts? Alles ist möglich. Nichts ist ausgeschlossen. Wir befinden uns in der zwölften Dimension des ersten Gedankens eines Universums, das sich gerade selbst unterhält.
Der Higgs-Teilchen-Kaffee spritzt aus der Tasse. Irgendwo ein Lächeln, dann – Verschwunden.
Und hier wird es verrückt: Ein Kampf der Kosmischen Keks-Dimensionen. Auf einem Planeten, dessen Gravitationsfeld eigentlich in seiner fünften Dimension existiert, treten zwei gigantische, quantisierte Teebeutel gegeneinander an. Die Fäden der Raumzeit reißen… und sie fliegen.
„Was passiert, wenn du den Raum mit einem Keks fütterst?“ fragt Boris. „Reicht ein 2D-Keks, oder braucht es gleich einen 3D-Cookie? Ich will, dass mein Keks vor der Singularität schmeckt!“
„Das ist der beste Plan! Ein Raum ohne Kekse ist wie… ein Universum ohne Quantenfluktuationen. Wir brauchen mehr Kekschaos!“
Das Chaos, wie immer, folgt der Gravitation – nur ist diese Gravitation jetzt ein Quanten-Guru, der Tanzkurse für Sterne anbietet.
Ein Toast wird serviert, gleichzeitig als Ereignishorizont und singulär.
„Lassen wir uns vom Ungeheuer der Quantenzukunft verschlingen, während wir unser Kaffee-Universum auf die richtige Temperatur bringen.“
Alles wird verschränkt. Und du? Du bist das Bild und das Pixel.
RIEFUNKE