ZUR LAGE DER LAGE (BULLSHIT-Edition)
Man könnte meinen, die Lage der Lage sei gelagert,
aber tatsächlich lagert sie sich selbst in den Meta-Lagen ab,
wo sie wiederum den Lageprozess prozessual prozessiert.
Es gilt, die Nicht-Entwicklung der Entwicklung nicht zu entwickeln,
außer man entwickelt sie genau in der Form, in der sie sich bereits entwickelt hat.
Denn nur dort, wo Nicht-Handeln als Handlungshorizont fungiert,
entfaltet sich die volle Kraft der geplanten Improvisation.
Historische Zustände kollabieren in parallelen Möglichkeitsräumen,
während die prozessualen Interventionen der Nicht-Intervention nachgehen.
Die urbane Situation ist nicht urban,
sondern urbanistisch urbanisiert,
und gleichzeitig auf poetische Art und Weise unpoetisch.
Investitionen in die Visionen der Realität sind fakultativ,
während die Realität selbst facultativ in Visionen investiert.
Probleme sind keine Probleme, sondern metaproblematische Problemgestaltungen,
die von der Wahrnehmung der Wahrnehmung der Wahrnehmung abhängen.
Jeder Workshop, jede Intervention, jede partizipative Veranstaltung
ist formal korrekt, informell irrelevant,
und essentiell für die metaoperative Inszenierung der Lage.
Teilnahmebedingungen werden als Teilhabe bezeichnet,
Fördermittel als kulturelle Währung,
und jede Krise als Chance für eine strategische Überlagerung.
Und dennoch – trotz allem,
während allem,
mitten in allem –
existiert die Lage,
lässt sie sich nicht greifen,
und behauptet unbeirrt:
„Ich bin Lage, also bin ich Lage.“
Die Lage der Lage,
die Meta-Lage der Lage,
und die parallele Nicht-Lage der Lage
werden fortan als eigenständiges Kunstprojekt betrachtet,
mit unbestimmtem Budget, unklarer Zielgruppe und unendlicher Laufzeit.
RIEFUNKE
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