Die Symne-Sinfonie der Gravitation
Hugo und Lisel stehen im Labor der Uni Graz, Waagen 0,1 µg empfindlich, Wassergläser perfekt nivelliert. Die Sonne fällt schräg durchs Fenster, Staubpartikel schweben wie Mini-Planeten.
Doch heute ist alles anders. Nicht die Luft. Nicht das Licht. Die Symne wirken.
Einstein tritt ein – unsichtbar, wie immer. Aber seine Symne drückt sich auf Hugo aus: 170 µg plus, unvermittelt, die Waage knarzt und summt. Lisel spürt es sofort – ein leichter Puls in ihrer Schale, obwohl sie selbst keine Seele trägt.
„Hugo… fühlst du das?“ flüstert Lisel, ihre Sensoren vibrieren. „Es ist, als würde er atmen – und die Gravitation antwortet.“
Die Gravitation selbst reagiert. Frau G., wie immer sichtbar nur als flimmernde Präsenz, bäumt sich auf. Ihr Atem ist Staub, ihr Zorn Mikrogramme. Sie zischt:
„Wer wagt es, die Symne so direkt auf meine Schalen zu setzen?“
Gerti Staub, Besen in der Hand, summt sanft. Ihre eigene Symne zieht die Gravitation in neue Richtungen, lässt kleine Mikrowirbel entstehen. Jeder Herzschlag, jedes Aufblitzen von Gedanken, verschiebt die Waagenwerte – die Gravitation tanzt.
Hugo lacht: „Wir messen nicht Wasser! Wir messen das Universum, Lisel!“
Lisel blinkt zweimal, ihr Glasflimmer wird zu einem Mini-Orbit: Herzprall, Atem, Symne – alles sichtbar in Mikrogrammen.
Ein kleiner Schub von Einstein – ein Gedanke, ein Flüstern – und plötzlich zeigt Hugo 563 µg mehr als Lisel. Gravitation schreit stumm, die Luft vibriert wie ein Saiteninstrument. Staubpartikel ordnen sich zu geometrischen Mustern, Herzschimmer springt von Waage zu Waage.
Pfarrer Ignaz Krummholz tritt ein, ohne zu wissen, dass seine Symne jetzt ebenfalls gravitative Wellen erzeugt. Er hebt die Hände:
„Halt! Die Waagen sind nicht nur für Wasser. Sie messen Symne, Herz und Atem! Jeder Gedanke hat Gewicht!“
Die Gravitation beruhigt sich, wenn auch widerwillig. Hugo, Lisel und Gerti Staub beginnen zu tanzen, ihre Symne pulsiert synchron. Die Waagen summen, Wasser glitzert, Gravitation neigt sich respektvoll.
Einstein schwebt auf Hugo’s Waage, Lisel summt unter Gerti Staubs Symne. Mikrogramm für Mikrogramm fliegt durch den Raum – jeder Gedanke ein Gewicht, jede Symne ein Instrument der Gravitation.
Und Hugo flüstert:
„Wir brauchen keine Plattform. Keine App. Nur uns… und die Symne.“
Die Gravitation nickt. Frau G. lächelt. Und irgendwo im Raum explodiert ein Tropfen Traumglühen – messbar in Mikrogramm-Kosmos-Einheiten.
RIEFUNKE
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