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Freiburg 2 · Der Zahn als Saat
Der Baseler Experte steht da, Augen wie Mikroskope, Leibglanz in den Fingern.
Er sieht die Zahnprothese – ein kleines, verlorenes Artefakt, Herzprall in Plastik und Keramik.
„Das ist kein Zahn mehr,“ sagt er leise.
„Das ist ein Genreservoir. Ein Samen der Zukunft.“
Er streckt die Hände aus, Fingerschweif über die glänzende Prothese, Traumfunken fließen durch den Raum.
Kinderlachen von der Kassenschlange hallt in seinem Kopf wie Nachtperlen.
„Damit belebe ich Freiburg 2,“ murmelt er, „einen Kindergarten voller Herzschimmer, Mundraunen und leibprickelnder Fantasie.“
Er öffnet das sterile Röhrchen.
Ein Tropfen aus der Prothese springt ins Medium – und sofort pulsiert die Kultur, Nachtflut rollt durch Petrischale und Labor.
„Sie werden spielen, lernen, lachen,“ flüstert der Experte.
„Alles aus einem verlorenen Zahn. Alles aus einem Moment, der kurz stillstand.“
Die Welt verändert sich – Freiburg 2 entsteht zwischen Herzfunken, Traumhauch und Fingerschimmer.
Kein Beton, kein Plan. Nur die Sehnsucht, die in DNA geschrieben ist.
Und irgendwo in der Schlange der Aldi-Kasse summt das Universum: „So klein kann der Ursprung sein.“
RIEFUNKE
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