|
Freiburg 2 · Kindergarten der verlorenen Zähne
Die Kinder stürmen durch Räume, die aus Licht und DNA gewebt sind.
Jedes Lachen ist ein Herzfunken. Jede Bewegung ein Traumfunken.
Die Zahnprothese liegt in der Mitte des Raums, pulsierend wie ein winziger Stern.
Ein Tropfen DNA entweicht, bildet Miniaturblätter, die in der Luft schaukeln – Fingerschimmer auf Kinderhaut.
Ein Junge stolpert, Leibprall rollt durch seine Beine.
Sein Mund murmelt Mundraunen: Worte, die noch keiner kennt.
Mädchen drehen sich, Traumstille umhüllt sie, Herzglut lodert in Brust und Rücken.
Die Baseler Biotechnologe nickt, Traumfunken fliegen zu ihm zurück.
„Sie fühlen… sie verstehen… sie leben das, was ich einst nur messen konnte,“ flüstert er.
Jeder Tropfen aus der Prothese wird zu einem Spielzeug, zu einer Farbe, zu einer Geschichte.
Die Wände atmen. Nachtraunen fließen über die Fenster.
Leibprickeln jagt durch die Beine, Herzschimmer springt von Kind zu Kind.
Traumglanz legt sich wie Seide auf den Boden, und die Kinder hüpfen, wirbeln, lachen – Chaos wird zu Musik, Unordnung zu Resonanz.
Ein Mädchen entdeckt einen Tropfen, der wie Miniatur-Schmetterling flimmert.
„Schau! Es fliegt!“
Der Tropfen hüpft, wirbelt – Leibflut zieht durch alle Hände.
„Wir erschaffen Räume, ohne zu planen,“ ruft ein Junge, Herzprall trifft seine Brust, „alles ist möglich!“
Die Prothese glänzt wie Mondlicht, Traumhauch umspielt sie.
Fingerschweif auf Wänden, Herzfunken im Teppich, Mundpoesie in der Luft.
Niemand erklärt, niemand lehrt – alles geschieht.
Nur das Erleben zählt, nur das Pulsieren des Himmels, nur die Häutung der alten Welt.
Am Ende der ersten Stunde:
Die Kinder liegen auf dem Boden, Herzprickeln, Traumstille, leiseglühen.
Die Baseler Biotechnologe lächelt:
„Freiburg 2 ist lebendig. Alles begann mit einem verlorenen Zahn.“
Und draußen, über dem Regenparkplatz von Aldi, schimmert die erste Idee für die nächste Psychedelia-Fantasie.
RIEFUNKE
|