Kapitel 10: Die verschwundene Kanzel – Bürgermeister im Gewissensnebel
Mitternacht. Ein schwacher Lichtstrahl einer Taschenlampe schnitt durch die dunkle Kirche. Der Bürgermeister schlich leise durch den nassen Vorplatz, sein Herz hämmerte wie Trommeln eines interstellaren Pizzasturms.
„Vielleicht… vielleicht habe ich etwas falsch gemacht…?“ murmelte er, während er die schweren Türen aufstieß.
Aber die Kirche war leer. Die Kinder waren verschwunden.
Die Kanzel war verschwunden.
Nur ein leichtes Summen blieb zurück, als hätten die Wände selbst geflüstert: „Chaos ist Gesetz.“
Er tastete sich durch die Reihen der Bänke, die Geburtsurkunden lagen wie kleine Papierfragmente verstreut, Orangensaftgläser rollten leise über den Boden, und irgendwo oben schwebte eine Melone wie ein warnender Satellit.
Der Bürgermeister sank auf eine Bank, das Licht der Taschenlampe wackelte, und er spürte, wie ihm die Realität zwischen den Fingern zerrann. „Fünf Kinder… vom Siebengestirn… UFOs… Pastor… alles… weg…“
Am nächsten Morgen erschien er beim Arzt, wirkte blass wie ein ausgeleuchteter Mond, seine Hände zitterten noch leicht vom nächtlichen Spuk. „Doktor… ich… ich brauche… fünf Tage krank. Ich kann nicht mehr… ich habe Gewissensbisse…“
Der Arzt nickte verständnisvoll, als hätte er schon einmal gesehen, dass das Universum Menschen mit surrealen Familienszenen testet.
Und während der Bürgermeister sich in seine Krankenakte eintragen ließ, schwebten die Kinder irgendwo zwischen Kanzel, UFOs und Pizza-Festivals – ungestört, lachend, jonglierend mit Melonen, Büchern und kosmischen Geburtsurkunden.
Die Stadt selbst begann, den Tag in flüssigem Orangensaft zu sehen, die Straßen summten leise, und die UFOs kreisten weiter wie stumme Zeugen des perfekten Chaos.
RIEFUNKE
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