Gerti Staub und der Münchener Fehlschlag
Am nächsten Morgen, die Sonne war gerade dabei, ihren goldenen Schimmer über die schlafenden Straßen von Graz zu werfen, saß Gerti Staub im Auto. Der Opel, nach einer durchwachten Nacht mit mehr Chaos als Schläfchen, stand immer noch im gleichen Hinterhof, den sie mit Professor Schwarz für ihren Notfall-Übernachtungsplatz auserkoren hatten.
„Gerti, du bist sicher, dass wir hier richtig sind?“, fragte Professor Schwarz mit einem müden Lächeln.
„Natürlich! Ein paar Stunden schlafen, und wir sind sofort am Standesamt. Ich hab' da schon alles durchgeplant“, sagte Gerti, ihre Haare noch vom nächtlichen Chaos zerzaust. Sie blätterte in einem alten Notizbuch, das sie immer bei sich trug, und betrachtete die Notizen. „Warte mal…“
Plötzlich erstarrte sie. Ein leises „Oh…“ kam aus ihrem Mund.
„Was ist los?“, fragte der Professor, der ihre plötzliche Reaktion bemerkte.
„Ich… ich habe einen Fehler gemacht“, sagte Gerti und zeigte ihm die Seite des Notizbuchs.
Da stand es, fett und klar: „Standesamt München – 11:00 Uhr, Platz der Freiheit.“
Professor Schwarz blinzelte, dann lachte er. „München? Gerti, wir sind in Graz! Wie konnten wir nur…?“
„Ich hab‘ wohl das „Graz“ und das „München“ verwechselt!“, sagte Gerti mit einem freudigen Grinsen. „Ich dachte schon, warum der Parkplatz am Standesamt so leer war…“
Schwarz lachte schallend. „Also, wir heiraten jetzt in München?“
„Genau! Aber wie kommen wir dorthin? Wir sind mit dem Opel in Graz und haben uns im Chaos verfahren!“ Gerti sah auf die Uhr. Es war schon nach 10 Uhr, und das Standesamt in München wartete auf sie.
„Kein Problem. Ich habe da eine Idee“, sagte Gerti und winkte den Professor an. „Es gibt immer einen Ausweg, wenn man den richtigen Chaos-Plan hat. Ich hab‘ da noch ein paar verrückte Tricks im Ärmel!“
Sie schnappte sich das Handy, rief ein Taxi und wusste: Gerti Staub würde die richtige Lösung finden. Wie immer. Und das standesamtliche Chaos, das sie dieses Mal verursachte, würde der Stadt München in eine völlig neue Ordnung stürzen!
München, 11:00 Uhr – die Hochzeitszeit
Ein Taxi kam angefahren, Gerti und der Professor stiegen ein, wild entschlossen, ihre spontane Hochzeit nachzuholen – jetzt mit noch mehr Chaos im Gepäck. Während die Fahrt ruckelig war, lachte Gerti über die vergangene Nacht und sagte: „Weißt du, vielleicht ist das Leben wie ein großer Stadtplan, den man einfach nicht immer versteht. Aber am Ende landet man genau da, wo man sein soll. Vielleicht sogar im Standesamt in München!“
Professor Schwarz grinste und antwortete: „Was ist das eigentlich für ein Tag? Ich bin gespannt, was passiert, wenn wir das Standesamt endlich erreichen.“
Als sie schließlich in München ankamen, war der Parkplatz des Standesamtes noch voller als der in Graz. Das war Gerti Staub: Sie machte jede Stadt zu einem Unfall der Liebe – und das ganz ohne Verkehrsplan.
„Da sind wir also“, sagte Gerti und öffnete die Tür des Taxis. Der Wind wehte durch die Straßen, als sie zum Eingang des Standesamtes gingen, beide ein bisschen zerzaust, aber immer noch fest entschlossen.
„Ich hoffe, die Beamten hier verstehen, was wir vorhaben. Aber wenn nicht, dann schaffen wir das auch noch!“ sagte Gerti.
Und mit einem letzten, wilden Blick über die Schulter – als wäre die ganze Stadt ihr Spielfeld – betrat das Chaos-Duo das Standesamt, als ob es dort für immer schon hingehörte.
Die hochgradig chaotische Hochzeit von Gerti Staub und Professor Schwarz fand tatsächlich in München statt – und wurde unvergesslich. Ob sie den Beamten oder den Hochzeitsgästen davon erzählten, dass sie beinahe nach Graz abgebogen wären, blieb ein Geheimnis. Doch am Ende war es nicht die ordnungsgemäße Durchführung der Hochzeit, sondern das Chaos selbst, das sie verband – und das machte sie zur absoluten Legende in der Uni und darüber hinaus.
Ende … oder auch nicht? ? Gerti und Schwarz haben bestimmt noch so einige Abenteuer vor sich!
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