Gerti Staub – Polizeikontrolle in Aachen: Ein Kinderwagen mit Autoreifen
Kurz vor dem Stadtzentrum von Aachen rollte der Opel mit einem weiteren Ruck und Rumpeln durch die letzten Straßen. Gerti und Professor Schwarz waren inzwischen ziemlich abgeklärt, als sie den vertrauten Anblick von Polizeikontrollen sahen, die am Straßenrand auf sie warteten.
„Du weißt, Professor“, sagte Gerti mit einem Augenzwinkern, „Polizisten lieben Schrottautos. Wir sind hier immer noch im grünen Bereich. Tüv ist noch ein Jahr gültig, alle Papiere sind in Ordnung.“
„Na ja“, seufzte der Professor, „ich hoffe, der Kinderwagen bleibt unentdeckt. Es ist keine gewöhnliche Ladung, die wir hier transportieren.“
„Keine Sorge“, sagte Gerti und griff nach dem Steuer. „Das Opel-Wunder wird uns durch alles durchbringen. Vertrauen wir dem Zauber der Improvisation.“
Doch kaum hatten sie das Ziel erreicht, sprang die Polizei in gewohnter Weise ins Bild: eine Polizistin mit stoischer Miene und einer professionellen Haltung trat auf das Fenster zu.
„Guten Tag, die Papiere bitte“, sagte sie und blickte misstrauisch auf den Opel, der von außen mehr Schrott als Auto wirkte.
Gerti reichte ihr lächelnd die Fahrzeugpapiere, während der Professor nervös auf seinem Sitz hin und her rutschte. Doch die Polizistin griff nicht nach den Papieren – sie beugte sich stattdessen durch das Fenster und starrte mit offenen Augen auf die Rückbank.
„Was haben wir denn da?“, fragte sie, als sie den Kinderwagen mit dem Opel-Rad entdeckte.
Gerti spürte, wie ihr Herz einen kurzen Sprung machte. Es war passiert. Der Wagen, der auf der Rückbank wie eine abgeschnittene Weltraum-Mission aussah, mit einem Opel-Reifen und den unendlich vielen Schichten aus Kleber und improvisierten Ersatzteilen, konnte nicht unbemerkt bleiben.
„Äh… das ist der Kinderwagen. Mit besonderen Merkmalen“, erklärte Gerti mit einem charmanten Lächeln, das sie schon viele Male in brenzligen Situationen gerettet hatte. „Sie wissen schon… der Wagen ist auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden. Das Auto-Rad sorgt für besondere Stabilität.“
Die Polizistin schaute mit einem leicht verwirrten Blick auf den Kinderwagen. „Ich bin mir nicht sicher, ob das der Standard für einen Kinderwagen ist… Was ist mit den Rädern? Das ist ja… ein Reifen vom Auto!“
„Ja, genau!“, rief Gerti, als wäre es das absolut logischste der Welt. „Schauen Sie, das Opel-Rad gibt dem Kinderwagen mehr Halt, mehr Kraft! Er ist sozusagen ein High-Performance-Transportmittel für moderne Kinder.“
Der Professor nickte zustimmend. „Der Wagen hat nicht nur Räder, sondern eine Philosophie. Er ist ein Paradigmenwechsel im Bereich Kinderwagen-Technologie.“
Die Polizistin starrte weiter auf das Meisterwerk der Improvisation und dann auf Gerti, als würde sie versuchen, zwischen Ironie und Realität zu unterscheiden. Schließlich atmete sie tief ein und sagte: „Gut, ich gebe zu, das hier ist wirklich… außergewöhnlich. Aber das geht so nicht. Dieser Kinderwagen ist… naja, nicht ganz im Einklang mit den Vorschriften.“
Gerti zog ihren Taschenrechner heraus, tippte ein paar Zahlen und präsentierte das Ergebnis stolz. „Also, der Kaufpreis des Wagens plus eine kleine Strafe wegen der kreativen Reifenwahl – das macht 160 Euro. Ich kann das sofort begleichen. Und dafür gebe ich Ihnen sogar noch ein bisschen Rabatt für die Innovation.“
Die Polizistin schüttelte ihren Kopf, versuchte dann, sich ein Lächeln zu verkneifen und drehte sich zu ihrem Kollegen um. Dieser, der sich bisher still gehalten hatte, kratzte sich am Kopf und sagte: „Ich habe so etwas noch nie gesehen. Aber ich muss zugeben, es ist… kreativ.“
„Ganz recht“, sagte Gerti mit einem Grinsen. „Und das ist nicht das Ende. Vielleicht bekommen wir ja noch einen Förderpreis für Innovation im Bereich der Kinderwagen-Fahrzeuge.“
Die Polizistin schnappte nach Luft, schüttelte dann aber endgültig den Kopf. „Okay, okay. Lassen Sie uns das so stehen. Keine Strafe, aber fahren Sie das nächste Mal besser ohne… diese Autoreifen-Geschichte. Ich glaube, die Stadt kann nicht mit einem weiteren Opel-Kinderwagen-Revolutionär umgehen.“
„Abgemacht!“, sagte Gerti, während sie den Opel anließ und den Wagen sicher in Bewegung setzte. „Die nächste Reise ist mit weniger Schrott und mehr strategischer Kalkulation. Vielleicht sogar ohne Reifen des alten Autos!“
Und so rollte der Opel fast weiter, der Kinderwagen quietschte ein wenig, als er in die Straßen von Aachen eintauchte, und Gerti Staub, die Meisterin der improvisierten Reisen, fuhr fast mit einem Triumphlächeln weiter und dann STOP
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