| |
Capitaine Pax staunte jeden Morgen über den Duft von Sauerbraten, Rosinen und Rotwein, der durch die kleinen Räume der Südfranzösischen Garnison wehte. Doch noch mehr staunte er über Madame Rosette, die Köchin. Ihre Hände konnten nicht nur die köstlichsten Speisen zaubern, sondern auch Wörter in Tönen weben, die Herz und Verstand gleichermaßen berührten.
Eines sonnigen Nachmittags, nach einem besonders langen Appell, bemerkte Pax, dass sein Herz nicht mehr für Politik oder Legionäre schlug – sondern für Rosette allein. Und Rosette? Sie lächelte nur, während sie den Sekt für die Soldaten entkorkte.
An diesem besonderen Tag durften die Legionäre erstmals Sekt trinken. Die kleinen Flaschen perlten wie Tropfenfunken durch die Sonne, und jeder Soldat durfte sein Bett unordentlich lassen – ein kleiner, rebellischer Triumph über strenge Vorschriften. Gelächter hallte durch die Halle, und für einen Moment schien sogar der Mistral den Frieden zu feiern.
Abends, wenn die Stille über die Garnison kroch, setzte sich Rosette an ihren kleinen Schreibtisch und schrieb Texte voller pazifistischer Visionen, Liebesfunken und Hoffnungsstrahlen. Sie waren poetisch, klar, manchmal absurd und immer voller Herzglut. Pax las sie mit leuchtenden Augen, nickte, manchmal lachte er leise.
Dann begann das heimliche Ritual: Mit einem kleinen Paket und einem besonders verschlungenen Code schickten sie die Texte Richtung Deutschland. Niemand wusste, dass dort Worte voller Frieden, Humor und sanfter Rebellion auf Postfächer warteten, die sonst nur trockene Amtsmitteilungen kannten.
So wuchs ihre Liebe, während die Legionäre lachten, der Sauerbraten duftete und die pazifistischen Botschaften langsam, aber sicher, durch Europa glitten – wie kleine Funken, die sich niemand entgehen lassen konnte.
Und Capitaine Pax? Er wusste: Zwischen Uniformen, Rosinen und Rotwein hatte er nicht nur eine Köchin gefunden – sondern einen Mitstreiter für Herz, Seele und Worte.
RIEFUNE
|
|