Gerti Staub & Professor Schwarz – Standesamt-Odyssee
Gerti Staub saß neben Professor Max Schwarz auf dem Beifahrersitz ihres alten Opel.
„Also, wir heiraten heute… und wir finden das Standesamt nicht?“, stöhnte Schwarz, während er durch die verwinkelten Grazer Gassen kurvte.
„Keine Sorge, Professor! Chaos ist mein Spezialgebiet. Vielleicht ist das Standesamt einfach auf der anderen Seite der Realität versteckt“, grinste Gerti, während sie versuchte, den Wagen nicht mit dem Lenkrad zu streicheln.
Die Straßen von Graz schienen sich zu verdrehen. Schilder führten ins Nichts, Gassen endeten in Mauern, und der Navi piepste nur: „Neuberechnung… Neuberechnung…“
Nach Stunden endlosen Suchens – und nachdem sie fast eine Straßenbahn übersehen hatten – wurde der Opel zum mobilem Schlafzimmer. Auf dem Hintersitz stapelten sich Decken, Kissen und Gerti’s Putzutensilien, die wie ein Miniaturlabor für Chaos-Experimente wirkten.
„Also, wir schlafen hier?“, fragte Schwarz, der eigentlich eher geordnetes Chaos bevorzugte.
„Natürlich! Wer Ordnung erwartet, bekommt keine Hochzeit. Wer Magie erwartet… nun, wir haben Magie. Willkommen im Riefunke-Stil!“, kicherte Gerti und breitete eine Decke aus.
Im Schein der Straßenlaterne draußen sah Schwarz plötzlich Gerti’s Haare glitzern – Funken von gestern Abend hatten sich noch gehalten.
„Weißt du, Gerti…“, begann er langsam, „das hier ist vielleicht die absurdeste Nacht unseres Lebens. Aber… ich glaube, genau deswegen will ich dich heiraten.“
Gerti lachte, schlug den Kopf zurück und ließ den Opel zum Kosmos des Chaos werden:
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Die Straßen draußen wie fließende Quantenlinien,
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Ihr Schlafplatz auf dem Rücksitz wie ein Palast aus Decken,
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Jede Bewegung, jedes Rascheln der Putzmittel wie Musik.
Die Nacht verging, während Graz draußen still wurde. Und obwohl sie das Standesamt immer noch nicht gefunden hatten, wussten sie:
Heute war alles erlaubt. Heute war Chaos König. Heute war Liebe unaufhaltsam.
Am nächsten Morgen, mit verschlafenen Augen und zerzausten Haaren, stiegen sie aus dem Opel.
„Vielleicht finden wir das Standesamt ja… irgendwann“, sagte Gerti.
„Oder vielleicht heiraten wir einfach hier, unter dem Himmel von Graz“, grinste Schwarz.
Und irgendwo zwischen Opel-Sitz und Kopfsteinpflaster, zwischen Chaos und Liebe, begann die wahrscheinlich verrückteste Hochzeit aller Zeiten.
RIEFUNKE
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